Bundeswehr stellt neuen Schützenpanzer in Munster vor

Nach der offiziellen Übergabe durch das Herstellerkonsortium von  KMW und Rheinmetall an das Heer vor wenigen Wochen hat die Bundeswehr ihren neuen Schützenpanzer Puma am Mittwoch erstmals der breiten Öffentlichkeit präsentiert. Auf dem Lili-Marleen-Tag in Munster konnten sich mehrere tausend Besucher ein Bild von dem dort aufgefahrenen Puma machen.

P1000136Erstmals von der Bundeswehr der Öffentlichkeit vorgestellt: Der neue Schützenpanzer Puma.                                                                                         Foto: lah

An den ersten dem Heer zugelaufenen Pumas werden in der Heide die Panzergrenadiere an dem Waffensystem ausgebildet. Dabei soll verstärkt das Zusammenspiel von Puma und Infanterist der Zukunft – erweitertes System (IdZ – ES) trainiert und weiterentwickelt werden, während die Ausbildung von Transportpanzer Boxer und IdZ – ES aufgrund von Kompatibilitätsschwierigkeiten zunächst zurückgestellt wurde.

Bei dem auf dem Truppenübungsplatz Munster ausgestellten Fahrzeug fehlten allerdings einige in Zukunft zu erwartende Ausrüstungselemente: So sind Optiken und Bildschirme noch auf Schwarzweißsicht ausgelegt. Hier soll offenbar genauso wie beim Rundsichtsystem ein Tausch stattfinden. Bei der Projektierung vor einer Dekade konnten Industriekreisen zufolge die geforderten Reichweiten und die Funktionsfähigkeit bei Kälte nur im Schwarzweiß-Modus erreicht werden.

Erstaunlich ist überdies, dass der Fahrer des mehrere Millionen Euro teuren Fahrzeugs lediglich über das althergebrachte Bildverstärker-Nachtsichtgerät verfügt – genauso wie übrigens auch beim Transportpanzer Boxer.

P1000135Keine Verrenkungen mehr nötig: Mittels komfortabler Leiter ist das Heck des Puma zu besteigen.                                                                                      Foto: lah

Wie es aus der Truppe heißt, erzielt die Waffenanlage sowohl aus dem Stand als auch während der Fahrt ausgezeichnete Trefferergebnisse. Es hält sich jedoch das Gerücht, dass die tempierbare Airburst-Munition der 30-mm-Kanone mit etwa 1.000 EUR pro Schuss zu Buche schlägt.

Noch nicht eingerüstet war am ausgestellten Fahrzeug das Multifunktionale Selbstschutzsystem MUSS, das Lenkflugkörper abwehren soll. Die Panzergrenadiere schätzen offenbar den gegenüber dem Marder deutlich höheren Fahrkomfort im Gelände, was ein Ergebnis des entkoppelten Fahrwerks sein dürfte. Dagegen scheint die Truppe nicht mit dem hohen Kraftstoffverbrauch des Triebwerks gerechnet zu haben. Womöglich können die Hersteller hier noch nachsteuern, denn wie es heißt, haben sie sich für sieben Jahre die Wartung des Fahrzeuges vertraglich gesichert.
lah/16.7.2015