Heer stellt Testverband in Munster auf

Die Aufstellung eines Testverbandes für die Digitalisierung der Landstreitkräfte wurde bereits im vergangenen Jahr angekündigt. Jetzt steht die Umsetzung unmittelbar bevor, wie das Deutsche Heer auf seiner Internetseite schreibt. Das erste Ziel sei die Aufstellung von Test- und Versuchsstrukturen bis zum Ende des laufenden Jahres. Kern dieser Strukturen sei ein Testverband, der vor allem die Digitalisierung vorantreiben soll.

Dem Testverband in Munster stehen den Angaben zufolge über 40 Fahrzeuge zur Verfügung, die ihm fest angehören sollen. Darunter sechs Kampfpanzer Leopard 2, fünf Schützenpanzer Marder und sechs Schützenpanzer Puma. Der dazugehörige Stab, der taktisch aber auch im Grundbetrieb bereits digitale Zukunftstechnik nutzen solle, müsse sich quasi während seiner Aufstellung selbst erfinden, heißt es weiter. Potenzielle Stabszellen wie Künstliche Intelligenz, Algorithmen-Architektur oder Smart-Data-Production könnten nach Einschätzung der Heeresplaner möglicherweise auch erforderlich sein.

Der Testverband gliedert sich in drei Elemente: die kämpfende Truppe mit ihren Fahrzeugen, ein Stab mit 38 Dienstposten und ein Team zum Einsatz und Betrieb des neuen Führungs- und Informationssystems. Zunächst gehe es um den Betrieb eines neuen Führungs- und Informationssystems, auch Battle Management System genannt. Gut informierten Kreisen zufolge soll dafür eine Ausschreibung erfolgen. Die Herausforderung besteht dabei darin, Daten über die bestehenden alten Funkgeräte zu übertragen sowie ältere und neuere Geräte miteinander zu verbinden. Das neue Führungssystem wird insbesondere mit Blick auf die deutsche Führung bei der VJTF 2023 beschafft.

Nach Angaben des Heeres soll es das Battle Management System ermöglichen, dass jedes  Gerät, jedes Fahrzeug mit jedem anderen verknüpft werden kann, sodass die militärische Führung jederzeit ein klares Lagebild – bis hin zu Standort jedes Panzers –  besitzt. Am Ende sollen auch andere Nationen mit dem System verbunden werden.

Das Heer plant nach eigenen Angaben dafür umfangreiche Einrüstarbeiten an den älteren Fahrzeugen ein, etwa am Schützenpanzer Marder. Bis Ende 2020 soll das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr den Umbau fertigstellen.

„Die Digitalisierung wird im Heer hauptsächlich die Kommunikation verändern. Ziel wird es sein, die mobile taktische Kommunikation (MoTaKo) und den mobilen taktischen Informationsverbund (MoTIV) einzurichten“, heißt es in dem Beitrag.  Hierbei gehe es um ein digitales Gefechtsführungssystem – das Deutsche Heer 4.0. Offiziell angekündigt wird die Aufstellung des Testverbandes voraussichtlich am kommenden Nikolaustag.
lah/12/4.12.2018