Bundeswehr bestellt erste Radhaubitzen RCH 155

Waldemar Geiger

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Der Münchener Panzerbauer KNDS Deutschland ist über die ARTEC GmbH – einem Joint Venture von Rheinmetall und KNDS Deutschland – beauftragt worden, die ersten 84 Radhaubitzen des Typs RCH 155 im Wert von rund 1,2 Milliarden Euro an die Bundeswehr zu liefern. Dabei wird KNDS Deutschland sowohl die Boxer-Fahrmodule als auch die Artillerie-Missionsmodule fertigen und liefern.

Wie das Unternehmen heute mitteilt, wurde dazu im Vorfeld zwischen dem Bundeswehr-Beschaffungsamt BAAINBw und der ARTEC GmbH eine Rahmenvereinbarung für die Lieferung von bis zu 500 Radhaubitzen geschlossen, die auch von anderen Nationen genutzt werden kann. Eine Ausnahme stellt hier wohl das Vereinigte Königreich dar, welches Insidern zufolge die Radhaubitzen über einen separaten Vertrag mit der europäischen Rüstungsbeschaffungsagentur OCCAR beschaffen wird, kolportiert werden hier etwas mehr als 70 RCH 155.

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Der Haushaltsausschuss sowie der Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages hatten dem Vorhaben bereits am Mittwoch zugestimmt und entsprechende Mittel freigegeben, hartpunkt berichtete. Bei den 84 Systemen handelt es sich gut informierten Kreisen zufolge um 4 Nachweismuster – eines davon für Großbritannien bestimmt – und 80 Seriensysteme. Es wird erwartet, dass die Serienfahrzeuge 2028 bis Ende 2030 der Truppe zulaufen werden.  Beobachter gehen zudem davon aus, dass im nächsten Jahr 149 weitere RCH 155 im Wert von mehr als zwei Milliarden Euro für die benötigte Vollausstattung der Artillerietruppe bestellt werden. Dieses System soll KNDS zufolge die neu aufgestellten „Mittleren Kräfte“ vervollständigen und das primäre Waffensystem der Artillerie dieser neuen Kräftekategorie des Deutschen Heeres bilden.

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In der heutigen Mitteilung schreibt KNDS, dass die gepanzerte Radhaubitze RCH 155 die Feuerkraft und effektive Reichweite des unbemannten, voll automatisierten und fernbedienbaren Artillerie-Geschütz-Moduls (AGM) mit dem hohen Schutz und der Mobilität des einsatzerprobten Radpanzers Boxer kombiniere. „Als weltweit einziges System ist die RCH 155 in der Lage, den Feuerkampf während der Fahrt zu führen“, schreibt das Unternehmen.

Als systematische Weiterentwicklung auf Basis der Panzerhaubitze 2000 verfügt die RCH 155 über alle Funktionalitäten eines modernen Rohrartillerie-Systems, mit höchstem Schutzniveau für die Besatzung, so KNDS weiter.

Waldemar Geiger