Boeing liefert ersten deutschen Seefernaufklärer P-8A Poseidon aus

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Der US-Flugzeughersteller Boeing hat das erste Seeaufklärungsflugzeug P-8A Poseidon im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in Seattle im US-Bundesstaat Washington an Deutschland übergeben. Die Übergabe sei ein wichtiger Meilenstein für die Modernisierung der deutschen Streitkräfte und ihrer Aufklärungsfähigkeiten auf hoher See, schreibt Boeing.

Der übergebene Seefernaufklärer ist die erste von insgesamt acht bestellen P-8A Poseidon. Die neuen Multi-Mission- und Multi-Domain-Flugzeuge der Deutschen Marine sollen die kollektive Abschreckungsfähigkeit der NATO im Nordatlantik und in der Ostsee stärken.

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 „Die P-8A ist ein bewährtes und interoperables Flugzeug, das die Deutsche Marine und ihre NATO-Verbündeten dazu befähigen wird, Bedrohungen über und unter der Wasseroberfläche effektiv zu erkennen und zu bekämpfen“, so Tory Peterson, Vice President & Program Manager, P-8 Poseidon.

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Die Übergabe erfolgte der Mitteilung zufolge in Zusammenarbeit mit dem Bundeswehr-Beschaffungsamt BAAINBw und der Deutschen Marine. Das Luftfahrzeug mit Kennzeichen 63 + 01 hat demzufolge kürzlich in Seattle seinen Erstflug und die Integration der Missionssysteme absolviert. Die P-8A ersetzt die alte P-3C Orion-Flotte der Marineflieger.

Im Anschluss an die gestrige Übernahme führt das BAAINBw nun nach eigenen Angaben letzte Qualitätsprüfungen und Abnahmen durch, sodass die P-8A voraussichtlich kommenden Monat zum Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ nach Nordholz überführt und übergeben werden kann.

Im Juni 2021 unterzeichnete die Bundeswehr zunächst einen Vertrag über die Beschaffung von fünf P-8A Poseidon. Zuvor hatte der Haushaltsausschuss des Bundestages dem Kauf zugestimmt. Er billigte im November 2023 auch die Investitionen in drei weitere Maschinen aus dem Sondervermögen, die BAAINBw anschließend mittels „Foreign Military Sales“ beauftragte.

„Mit dem Zulauf der P-8A Poseidon gewinnt die Deutsche Marine einen neuen „fliegenden Wächter“. Dieser entscheidende Schritt zur Modernisierung unserer fliegenden Flotte basiert auf einem Quantensprung in Sachen Reichweite, Sensorik und Einsatzdauer des neuen Waffensystems und ist exakt in Linie mit dem Kurs Marine“, sagte der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Jan Christian Kaack, laut Mitteilung. Die Marine trete mit der P8 in einen starken weltweiten Verbund eint, mit Partnern von den USA über Australien, Südkorea, Indien bis nach Norwegen.

Über eine direkte Datenkommunikation ist die P-8A in der Lage, Informationen nahezu in Echtzeit an die Lagezentren innerhalb der Bundeswehr zu verteilen. Durch automatisierte Verfahren in Kommunikation und Navigation hat die Crew mehr Kapazitäten für ihr eigentliches Geschäft: die Seeraumüberwachung Über- und Unterwasser sowie die U-Boot-Jagd, wie das BAAINBw mitteilt. Außerdem kann der Seefernaufklärer durch seine moderne Sensorik und große Reichweite, die mittels Luftbetankung noch erhöht werden kann, einen wichtigen Beitrag zu Search-and-Rescue-Operationen leisten.

Für die Wartung, Ausbildung, Instandhaltung und Training arbeitet Boeing nach eigenen Angaben mit den deutschen Industriepartnern ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH und Lufthansa Technik direkt vor Ort zusammen. Gemeinsames Ziel sei, die Einsatzbereitschaft der Luftfahrzeuge für das Marinefliegergeschwader 3 über die gesamte Lebensdauer zu maximieren.

„Unser Instandhaltungsprogramm mit unseren deutschen Partnern stellt sicher, dass Deutschlands P-8A-Flugzeuge vom ersten Tag an einsatzbereit sind. Entscheidend für den Aufbau dieser Fähigkeiten ist die enge Zusammenarbeit mit dem BAAINBw und der Deutschen Marine“, betonte Michael Haidinger, Präsident von Boeing Deutschland.

Die P-8A Poseidon werde die Fähigkeiten der Deutschen Marine signifikant verbessern – bei der U-Boot-Jagd und Oberflächenseezielbekämpfung, der Informationsgewinnung, Überwachung und Aufklärung sowie bei Such- und Rettungsmissionen.

Zu den wichtigsten Merkmalen der P-8A Poseidon gehören laut Hersteller ein fortschrittliches Missionssystem mit offener Architektur sowie moderne Akustiksysteme und Datenverbindungen für Interoperabilität mit NATO-Partnern. Die hohe Geschwindigkeit der P-8A ermögliche es, ihren relevanten Einsatzraum schneller zu erreichen und gibt der Besatzung somit mehr Zeit auf Station, um ihre Missionen zu erfüllen. Bis heute hat die globale P-8 Poseidon-Flotte über 700.000 Flugstunden absolviert.
lah