BAE Systems liefert die ersten CV90s für Norwegens Heer aus

Der britische Rüstungskonzern BAE Systems hat die ersten zwölf neuen CV90-Schützenpanzer am Mittwoch an die norwegische Armee ausgeliefert. Es handele sich um das erste Los von insgesamt 144 neuen und modernisierten CV90s, die von der schwedischen Tochter BAE Systems Hägglunds AB produziert werden, teilte das Unternehmen mit. Insgesamt erhält das norwegische Heer 41 neue Fahrzeuge, während 103 bereits vorhandene modernisiert werden. Der CV90 läuft in fünf Konfigurationen zu, davon 74 als Schützenpanzer, 21 als Aufklärungspanzer sowie 15 in der Funktion Command and Control. Einige CV90 werden überdies als Trägerfahrzeug für einen 81mm-Mörser ausgerüstet.

Neues „Integrated Combat System“

Eine Besonderheit der Fahrzeuge stellt das „Integrated Combat System“ dar, mit dem sie elektronisch vernetzt werden. Dabei können die Fahrzeuge eines Verbandes die Daten ihrer Sensoren untereinander austauschen, um eine höhere Effizienz auf dem Gefechtsfeld zu erreichen. Angezeigt werden die Informationen auf Monitoren, wobei verstärkt Kamerabilder genutzt werden. So soll es beispielsweise möglich sein, dass der Sensor eines Schützenpanzers für die Zielzuweisung der Artillerie verwendet wird. Entwickelt wurde das Integrated Combat System von der norwegischen Firma Kongsberg.

Das norwegische Heer plant, sämtliche Gefechts- und Unterstützungsfahrzeuge seiner Brigade mit dem neuen C4ISR-System mit offener Systemarchitektur auszurüsten. So sollen auch die zur Modernisierung anstehenden 36 Leopard-2-Panzer sowie die Bergepanzer das Integrated Combat System erhalten. Das gleiche gilt für die in Zukunft voraussichtlich zulaufenden Artilleriesysteme, für die der Auswahlprozess noch nicht beendet ist.  Norwegen hatte sich aus dem Programm mit Schweden zur Entwicklung der radbasierten 155mm-Haubitze Archer zurückgezogen. Die Beschaffung von Artilleriegeschützen muss außerdem noch vom norwegischen Parlament beschlossen werden.

Norwegen plant überdies, seine Heeresbrigade mit einer eigenen Luftabwehr auszustatten. Dazu sollen Starter für die Iris-T-Raketen der Luftwaffe auf bewegliche Plattformen montiert werden und in das NASAMS-System der Luftabwehr eingebunden werden. Im Gespräch sind offenbar auch vorhandene M113-Panzer als Trägerfahrzeuge.  Die Raketen wurden ursprünglich für die F-16-Flugzeuge der norwegischen Luftwaffe beschafft. Aufgrund der Einführung der F-35 können die Raketen in Zukunft nicht mehr genutzt werden und stehen somit dem Heer zur Verfügung.
lah/3.9.2015