Litauen beschafft Blocker-Seeminen des finnischen Unternehmens Forcit Defence

Waldemar Geiger

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Die Agentur für Verteidigungsressourcen im litauischen Verteidigungsministerium hat mit dem finnischen Unternehmen Forcit Defence einen Vertrag über die Beschaffung des Seeminensystems Blocker unterzeichnet. Dies geht aus einer heutigen Veröffentlichung des litauischen Verteidigungsministeriums hervor. Zu Vertragsvolumen, Lieferzeiten und Stückzahl machte das Ministerium keine Angaben.

„Seeminen sind ein wichtiger Bestandteil der litauischen Verteidigung und tragen dazu bei, die Sicherheit in der Ostsee zu gewährleisten“, wird der litauische Verteidigungsminister Robertas Kaunas in der Mitteilung zitiert. „Wir sind nicht die Einzigen, die dieses Minensystem erwerben, daher werden wir unsere Maßnahmen koordinieren und die Interoperabilität mit unseren Verbündeten sicherstellen. Mit den Kapazitäten im Bereich der Seeminen werden die kollektive Verteidigung und die Abschreckung des Feindes nur noch weiter gestärkt“, erklärt der Minister weiter.

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Die Beschaffung der Seeminen erfolgt im Rahmen der von Finnland geleiteten internationalen Initiative „Naval Mines Cooperation“ (NMC). Wie hartpunkt berichtete, ist die Vereinbarung Teil einer engeren Zusammenarbeit der europäischen Verbündeten bei der Beschaffung und dem Einsatz von Seeminen. Neben Finnland und Litauen sind auch Deutschland, Belgien, Dänemark, Estland, Lettland, Norwegen, Schweden und Polen an dem Vorhaben beteiligt. Gut unterrichteten Kreisen zufolge wird auch eine Beschaffung der Blocker-Seemine für die deutsche Marine noch in diesem Jahr erwartet.

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Eines der Hauptziele der 2025 beschlossenen NMC-Initiative ist es, die Voraussetzungen für gemeinsame Beschaffungen zu schaffen und die Zusammenarbeit der Länder in den Bereichen Logistik, Ausbildung und Übungen über die gesamte Nutzungsdauer der Systeme hinweg zu stärken.

Beim Blocker handelt es sich um eine moderne Seemine, die bereits in Finnland und Estland in Nutzung ist. Die Wirkung der Mine entspricht laut Hersteller einem TNT-Äquivalent von mehr als einer Tonne. Einmal verlegt – dies kann per Boot, Schiff oder Hubschrauber erfolgen – kann die Seemine bis zu zwei Jahre aktiv auf dem Grund verbleiben, bis die in den Akkus verfügbare Energie für die Multi-Sensorik verbraucht ist. Die Schärfung der Mine, die mehrere Schärfungsmechanismen hat, erfolgt erst auf dem Grund.

Ausschlaggebend für die lange Einsatzdauer ist die Art und Weise der Sensornutzung. Dem Vernehmen nach ist nur der Akustiksensor der Mine dauerhaft aktiv. Nimmt dieser Geräusche eines potenziellen Ziels auf, werden weitere Sensoren – ein Druck- und ein Magnetsensor – aufgeweckt und beginnen zu arbeiten. Optional kann auch ein optischer Sensor integriert werden, der die Mine vor Vernichtung durch feindliche Minentaucher schützen soll. Die Sensorik ist zudem in der Lage, die Detonation benachbarter Minen zu erkennen, und löst nur aus, wenn tatsächlich ein Ziel in Wirkreichweite ist. Kettenreaktionen, bei denen die Detonation einer einzelnen Mine die Detonation weiterer Minen in der Sperre verursacht, werden beim Blocker ausgeschlossen.

Die Sensorik der Mine kann mittels eines Handheld-Geräts durch den Nutzer frei programmiert werden. Neue Signaturen können so unmittelbar vor dem Einsatz der Seeminen auf diese aufgespielt werden, was das System zukunftsfähig machen soll.

Forcit bietet neben der Gefechtsmine auch eine Übungsversion der Mine an, die multifunktional genutzt werden kann. Neben der klassischen Aufgabe – Beübung eigener und verbündeter Kräfte im Umgang mit Seeminensperren – kann die Übungsversion des Blocker als Sensor zur Beschaffung neuer Signaturen genutzt werden. In diesem Fall werden die Übungsminen über lange Zeit ausgebracht und sammeln bis zur Aufnahme dauerhaft Signaturen des vorbeifahrenden Schiffsverkehrs.

Das System wird vom Hersteller als besonders wirtschaftlich beworben, unter anderem dadurch, dass in der Mine ein von Forcit entwickelter „extrem insensitiver“ Sprengstoff zum Einsatz kommt, der sicher in der Handhabung ist. Dies erlaube es dem Hersteller zufolge, die Mine kompakt zu lagern und zu transportieren – Mine an Mine –, was im Vergleich zu anderen Systemen auf dem Markt erhebliche Kosten in der Logistik einsparen soll. Zudem soll die Wartung der Mine sehr einfach sein, was die Lebenszykluskosten ebenfalls niedrig hält. Herstellerangaben zufolge beträgt der Wartungsaufwand pro Mine nur wenige Minuten alle zwei Jahre.

Waldemar Geiger