Raytheon bereitet sich darauf vor, die Produktion der Köderdrohne MALD zügig wieder aufzunehmen – ein im Einsatz bewährtes, luftgestütztes System, das die stark steigende und dringende Nachfrage der USA und der NATO-Verbündeten nach Schutz vor feindlicher Luftverteidigung bedient.
In militärischen Konflikten weltweit stellen Drohnenschwärme und gegnerische Luftverteidigungssysteme eine Bedrohung für bemannte Kampfjets, unbemannte Systeme und aus der Distanz eingesetzte Waffen dar.
Die Aufgabe von MALD ist es, das Feuer der feindlichen Luftverteidigung auf sich zu ziehen und zu binden, indem es die Radarsignatur hochwertiger Luftfahrzeuge nachbildet. Es ist für sogenannte „Stand-in“-Einsätze konzipiert – das heißt, es operiert in unmittelbarer Nähe der Bedrohung, damit bemannte Luftfahrzeuge, unbemannte Luftfahrtsysteme und Effektoren den umkämpften Luftraum mit geringerem Risiko durchqueren können.
Diejenigen bei Raytheon, die das MALD-Programm am besten kennen, sagen: Sie können genügend Einheiten produzieren, um die Phantomflotte an Köderdrohnen aufzubauen, die die USA und die NATO-Verbündeten benötigen – und die Auslieferung könnte innerhalb von zwei Jahren nach Auftragserteilung beginnen.
Der Grund für ihre Zuversicht:
„Bewährte Systeme für neue Einsatzzwecke anzupassen, ist unsere größte Stärke. Das ist schneller, intelligenter und für unsere Kunden deutlich kostengünstiger.“
Justin Jenia | Vice President, Strike Initiatives, Air & Space Defense Systems | Raytheon
Produktionsbereite Fertigungslinie

„Jedes wesentliche Fertigungswerkzeug ist vorhanden. Wir bauen keine Linie neu auf – wir fahren sie wieder hoch“, sagt Jenia.
Zum MALD-Team gehören viele Ingenieure und Techniker, die seit mehr als zwei Jahrzehnten an dem Programm arbeiten. So bleibt das institutionelle Wissen erhalten, das für einen schnellen Wiederanlauf erforderlich ist.
Hoher Grad an technologischer Reife

In den vergangenen zwei Jahren hat Raytheon MALD mit eigenfinanzierter Forschung und Entwicklung weiter gestärkt: Die Zuverlässigkeit wurde verbessert, additiv gefertigte Flugkörperzellen (Airframes) wurden qualifiziert und neue Nutzlasten für ein breiteres Einsatzspektrum entwickelt. Durch das modulare Design können die Ingenieure die Bugsektion austauschen – etwa gegen einen Störsender, einen kinetischen Gefechtskopf oder ein künftiges Missionskit.
„Bewährte Systeme für neue Einsatzzwecke anzupassen, ist unsere größte Stärke. Das ist schneller, intelligenter und für unsere Kunden deutlich kostengünstiger“, so Jenia.
MALD lässt sich innerhalb weniger Tage in neue Luftfahrzeugplattformen integrieren und hat zudem bewiesen, dass es von Transportflugzeugen aus gestartet werden kann – eine Fähigkeit, die kein anderer Täuschkörper bislang demonstriert hat. Das gibt militärischen Führungskräften mehr Optionen, wie und wo sie das System einsetzen.
Globale Lieferantenbasis

Auch das Team von Raytheon Advanced Products & Solutions ist auf die Skalierung vorbereitet. Es hat über Jahre hinweg die Komponenten der elektronischen Kampfführung zur Reife gebracht, die die Störfähigkeit des Systems ermöglichen, und bereits bestätigt, dass es die von Raytheon erwarteten höheren Stückzahlen unterstützen kann.
Der Geschäftsbereich setzt auf neue Fertigungsverfahren, um die Auslieferung zu beschleunigen. Raytheon plant den Einsatz additiv gefertigter Airframes, die anspruchsvolle Umwelttests bestanden haben. Additiv gefertigte Airframes würden die Bauzeit verkürzen und die Anpassung an neue Einsatzzwecke erleichtern.
Um die Zeitpläne für den Hochlauf der Produktion kurz zu halten, setzt Raytheon für die Anfangsproduktion auf bewährte Antriebslösungen wie das Triebwerk Pratt & Whitney TJ150 und prüft gleichzeitig neuartige, additiv gefertigte Triebwerke als längerfristige Option.
Die Produktion startet in Tucson, Arizona, um schnelle Erstauslieferungen zu ermöglichen. Darüber hinaus plant Raytheon – vorbehaltlich der erforderlichen Genehmigungen – den Aufbau einer zweiten Produktionslinie in Europa, um die langfristige Nachfrage zu bedienen.
„Europa verfügt über eine starke industrielle Basis, und wir sind entschlossen, mit ihr zusammenzuarbeiten – ein echter ‚in Europa, für Europa gebaut‘-Ansatz, der Kapazitäten erweitert und Fähigkeiten schneller zu unseren Verbündeten bringt“, sagt Jenia.
Der Weg zur „Affordable Mass“

Damit sind Verbrauchsmunitionen gemeint, die schnell, kosteneffizient und in großem Umfang produziert werden können.
„Affordable Mass bedeutet, Waffen in großer Stückzahl bereitzustellen, die der Gegner dennoch ernst nehmen muss“, sagt J.D. Word, Director of Tactical Strike Requirements and Capabilities bei Raytheon. „Genau das leistet MALD – ein bewährtes, modulares und kostengünstigeres System, das feindliches Feuer auf sich zieht und die wirklich entscheidenden Kräfte und Mittel schützt.“













