Das deutsche Defence-Tech-Unternehmen STARK hat mit Vanta 24 ein neues autonomes Überwassersystem (Unmanned Surface Vessel, USV) vorgestellt, das für maritime Aufklärung sowie zur Bekämpfung von Überwasser-, Unterwasser- und Landzielen eingesetzt werden kann. Das neue USV sei auf die veränderten Anforderungen moderner Seekriegsführung ausgerichtet, schreibt das Unternehmen.
Das 24 Meter lange Wasserfahrzeug ist den Angaben zufolge als modularer Fähigkeitsträger konzipiert und kann sowohl im Verbund mit bemannten Marineeinheiten als auch in eigenständigen Missionen eingesetzt werden. Die Plattform sei mit Schwerpunkt Ostsee entwickelt worden, könne jedoch gleichermaßen in der Nordsee, im Nordatlantik und im Europäischen Nordmeer eingesetzt werden. Vorgesehen ist die Integration von Sensoren und Effektoren, darunter Seezielflugkörper und STARKs Loitering-Munition „Cascade“. Damit soll Vanta 24 die Kampfkraft bemannter Einheiten im Überwasserseekrieg ergänzen und künftig auch zu dimensionsübergreifenden („Multi-Domain“-)Operationen beitragen.
Grundlage der Plattform bildet der Mitteilung zufolge die STARK-eigene Software Minerva. Sie übernehme an Bord die Plattformautonomie, also Navigation, Umgebungswahrnehmung und Kollisionsvermeidung, auch bei gestörter Satellitennavigation. Darüber hinaus ermögliche sie eine auftragsbasierte Missionsführung mit nachvollziehbarer Rückmeldung zum Fortschritt der Auftragserfüllung. Dank des softwaredefinierten Ansatzes ließen sich nach Angaben von STARK neue Sensoren und Wirkmittel ohne grundlegende Änderungen an der Plattform integrieren.
Vanta 24 ist nach Vanta 6 und Vanta 12 das dritte und bislang größte USV der Vanta-Systemfamilie. Alle Plattformen basieren auf der gemeinsamen KI- und Softwarearchitektur Minerva, mit der mehrere unbemannte Systeme zusammenarbeiten könnten, wie STARK mitteilt. Gefertigt werden soll Vanta 24 gemeinsam mit dem deutschen Kooperationspartner FSG Shipyard.
Nach Aussage von Johannes Schaback, Chief Technology Officer von STARK, gehe es bei Vanta 24 nicht darum, bemannte Kriegsschiffe zu ersetzen, sondern ihre Kampfkraft im Verband zu erweitern. „Der eigentliche Fähigkeitssprung liegt dabei in der Software: Künftig führt ein Bediener nicht ein einzelnes Fahrzeug, sondern viele verschiedene Fähigkeiten, die kollaborativ eingesetzt werden müssen. Die Entscheidung über die Wirkung bleibt beim Menschen“, so Schaback.
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