STARK liefert autonomes USV „Seetaube“ an die Bundeswehr

Lars Hoffmann

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Das deutsche Defence-Tech-Unternehmen STARK hat das erste autonome unbemannte Überwasserfahrzeug (USV) an das Kommando CIR ausgeliefert. Unter dem Namen „Seetaube“ soll das auf STARKs Vanta basierende sechs Meter lange USV künftig offiziell in Dienst genommen werden. Zunächst werde das System für die maritime Aufklärung erprobt, schreibt STARK in einer Mitteilung.

Das Projekt sei ein Innovationsvorhaben des Cyber Innovation Hub der Bundeswehr in Zusammenarbeit mit dem Zentrum Digitalisierung der Bundeswehr. Für das Projekt ist die Seetaube mit Sensoren, Kameras und Radar ausgestattet. Das System könne auf Basis vorgeplanter Missionen hochautomatisiert operieren und innerhalb definierter Parameter eigenständig navigieren. Ein Bediener überwacht die Mission und kann jederzeit eingreifen, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Die gewonnenen Daten werden an das Bedienterminal übertragen und stehen unmittelbar für die weitere Lagebilderstellung zur Verfügung.

Wie die Bundeswehr in einem gestern veröffentlichten Beitrag auf der eigenen Webseite schreibt, soll die Seetaube die Aufklärung auf See als flexibel einsetzbare weitere Peilbasis unterstützen. Dabei soll das Boot künftigalleinfahrende Einheiten auf See bei der unmittelbaren Verortung von Signalen helfen. Denn um ein Signal präzise zu verorten, muss es von zwei bekannten Koordinaten aus angepeilt werden. Dieses Verfahren wird Kreuzpeilung genannt. Die Seetaube fungiert dann zusätzlich zum Schiff als flexibel einsetzbare zweite Peilbasis. Laut Bundeswehr soll das Boot dazu beitragen, verdächtige Aktivitäten frühzeitig zu erkennen. Dabei gehe es auch um die Antwort auf hybride Bedrohungen auf See.

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„Seetaube erhöht die Wirksamkeit der Truppe unmittelbar – ohne zusätzliche Großplattform. Das unbemannte System liefert die zweite Peilbasis für präzise Ortung auf See und erweitert die Flotte, ohne ein weiteres Schiff zu binden“, erläutert Sven Weizenegger, Leiter des Cyber Innovation Hub der Bundeswehr, das Konzept. Der Vorteil liege in der klaren Ergänzung bestehender Fähigkeiten: Modular eingesetzte Systeme verstärken seiner Aussage zufolge vorhandene Wirkungsketten, ohne neue Komplexität zu schaffen.

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Nach Angabe von STARK wurde die Vanta-Systemfamilie für Aufklärung und Wirkung im küstennahen Einsatz sowie für den Schutz von Häfen und kritischer maritimer Infrastruktur entwickelt. Vanta erreicht Geschwindigkeiten von mehr als 45 Knoten und verfügt über eine Nutzlastkapazität von bis zu 500 Kilogramm für ein breites Spektrum militärischer Fähigkeiten.

STARK hat nach eigenen Angaben bereits den erfolgreichen Start der tube-launched Loitering Munition „Cascade” von Vanta demonstriert. Damit könne Vanta in anderen Konfigurationen als Träger von Effektoren in einen Aufklärungs- und Wirkverbund integriert werden.

Wie es in dem Beitrag der Bundeswehr heißt, fand im August 2026 die feierliche Taufe der Seetaube statt. In der nächsten Phase stehen in den kommenden Monaten unterschiedliche Tests an, bevor das System offiziell in Dienst genommen wird. Im ersten Schritt stehe die Ausbildung des nutzenden Personals im Fokus, das mit dem System und seiner Steuerung vertraut gemacht werden müsse. Danach werde das Überwasserfahrzeug im eigentlichen Seebetrieb und im Anschluss im Rahmen einer Aufklärungsmission auf Herz und Nieren geprüft.

Lars Hoffmann