Schwerer Waffenträger Infanterie: Rheinmetall absolviert Factory Acceptance Test für neuen Trainingssimulator

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Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall hat nach eigenen Angaben einen wichtigen Meilenstein bei der Ausbildungslösung für den Schweren Waffenträger Infanterie erreicht. So habe das neu entwickelte Ausbildungsgerät „Schieß- und Gefechtsausbildung Schwerer Waffenträger Infanterie“ (AGSW) am Bremer Rheinmetall-Standort den sogenannten Factory Acceptance Test (FAT) erfolgreich absolviert, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. Wie es weiter heißt, waren bei der Abnahme Vertreter des Amts für Heeresentwicklung, des Bundeswehr-Beschaffungsamtes BAAINBw sowie Soldatinnen und Soldaten der Jägertruppe und der Infanterieschule dabei und haben das System umfassend überprüft.

Im Juli habe der zuständige Projektleiter des BAAINBw offiziell das erfolgreiche Bestehen des FAT bestätigt. Bis Mitte 2027 sollen insgesamt fünf AGSW-Systeme an die Nutzer übergeben werden. Die Übergabe des ersten AGSW an die Infanterieschule ist für Herbst 2026 vorgesehen.

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Im Ergebnis könne die Ausbildung der Besatzungen bereits parallel zum Zulauf der Fahrzeuge beginnen, schreibt Rheinmetall. Ausbildung und Simulation wurden den Angaben zufolge von Anfang an als Bestandteil der Systementwicklung betrachtet.

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Die Entwicklung des AGSW begann nach Vertragsschluss Anfang 2024 und wurde im Juli 2026 abgeschlossen. Die enge Zusammenarbeit von Rheinmetall mit der Infanterieschule und dem Amt für Heeresentwicklung in der Konzeptionsphase habe es ermöglicht, die Anforderungen der künftigen Nutzer frühzeitig in die Entwicklung einfließen zu lassen, so das Unternehmen.
Ein erster Baustein der zweistufigen Ausbildungslösung stehe der Jägertruppe bereits zur Verfügung. Zwischen September 2025 und April 2026 wurden laut Mitteilung die Handlungstrainer an die Jägerbataillone ausgeliefert. Damit könne die Ausbildung der Besatzungen wie geplant bereits vor dem Zulauf der ersten Fahrzeuge beginnen.

Das AGSW ist das Herzstück der Ausbildungslösung: Der Schieß- und Gefechtssimulator besteht aus einer Leitungs-, Auswerte- und Kontrollstation sowie aus vier Kampfräumen. Fahrzeuginterieur, Fahrzeuglogik, Bedienabläufe, Richtverhalten, Fahrdynamik und Ballistik werden darin nach Angaben von Rheinmetall realitätsnah simuliert. Die Ausbildung reicht von der Schulung einzelner Besatzungsmitglieder über das Zusammenspiel der gesamten Besatzung bis hin zu taktischen Verfahren und komplexen Szenarien auf Zugebene.

Die Simulatoren sind für die Vernetzung mit „Infanterie-Desktoptrainern“ vorbereitet. Dadurch lässt sich laut Rheinmetall auch das Zusammenwirken von Fahrzeugbesatzungen und abgesessener Infanterie trainieren. Der desktopbasierte Handlungstrainer nutzt dieselbe Simulationssoftware und Bedienlogik wie der AGSW und bildet somit den Einstieg in die weiterführende Ausbildung.

Das AGSW baut konzeptionell auf dem von Rheinmetall entwickelten Ausbildungsgerät „Schieß- und Gefechtsausbildung Schützenpanzer Puma“ (AGSP) auf. Das System hat 2025 einen wichtigen Meilenstein erreicht und befindet sich laut Hersteller inzwischen in der Serienfertigung. Auf dieser technologischen Basis entstehen auch Ausbildungslösungen für weitere Fahrzeuge der Bundeswehr. Perspektivisch sollen Jäger, Panzergrenadiere und Heeresaufklärer an ihren Standorten über eigene Ausbildungsmittel verfügen.
lah