Pistorius: Weichen für Tomahawk-Beschaffung sind gestellt

Lars Hoffmann

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Verteidigungsminister Boris Pistorius hat nach seinem gestrigen Gespräch mit US-Verteidigungsminister Pete Hegseth in Washington bekräftigt, dass die Beschaffung von Marschflugkörpern des Typs Tomahawk sowie von Typhon-Abschussrampen im Rahmen des „Foreign Military Sales“- (FMS-)Verfahrens eingeleitet worden ist. „Die Weichen sind gestellt“, sagte der Minister im Anschluss an das Treffen vor Journalisten. Das sei der deutschen Seite versichert worden, betonte er.

In einem Fall sei mit einem weiteren Schritt im FMS-Verfahren im August zu rechnen, im anderen Fall stehe ein Schritt kurzfristig bevor. Worum es sich dabei handelt, ließ der Minister offen. Laut Pistorius wurde der Bundesrepublik der Verkauf der Marschflugkörper beim NATO-Gipfel in Ankara Anfang Juli politisch zugesagt.

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Laut einer Mitteilung des BMVg hat das aufwendige Verfahren mit dem Letter of Request von Anfang September, dem Kaufantrag für die Startsysteme, eine weitere Hürde genommen. Neben Tomahawks für den Verschuss von Land beabsichtigt die Bundeswehr auch den Kauf von Tomahawks für den Einsatz auf Schiffen.

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Nach Aussage von Pistorius wurde den US-Partnern dargelegt, dass die bisherigen Zeitlinien für die Tomahawk-Beschaffung für Deutschland zu spät kommen. Dies sei zur Kenntnis genommen worden.

Hauptpunkt des gestrigen Treffens waren Gespräche zur engeren Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern in der Rüstungsindustrie. Dazu unterzeichneten beide Minister ein Statement of Intent. Die Vereinbarung sieht unter anderem vor, dass Rüstungsgüter in Deutschland produziert werden können, falls die Produktionskapazitäten in den USA wegen hoher Nachfrage nicht ausreichen.

Pistorius betonte die leistungsfähige industrielle Basis hierzulande. Deutschland biete in bestimmten Bereichen technologische Spitzenkompetenz, etwa in der Raumfahrt- oder der Drohnenbranche. Zudem habe die deutsche Industrie bei Projekten wie dem Bau von Rumpfteilen für F-35A-Kampfjets bei Rheinmetall oder Raketen des Typs PAC-2 GEM-T bei MBDA bewiesen, Produktionskapazitäten schnell aufbauen zu können. Durch die Kooperation solle auch die Innovationskraft der deutschen Industrie schneller und stärker ausgeschöpft werden.

Die engere Zusammenarbeit bringe Deutschland große Vorteile, so der Verteidigungsminister. Seinen Worten zufolge können dadurch Bestände auf beiden Seiten des Atlantiks schneller aufgefüllt sowie Lieferketten und der Zugang zu Ersatzteilen gesichert werden.

Laut Pistorius könnte es bei den nun anstehenden Gesprächen auf Expertenebene um die Zusammenarbeit beim Luftverteidigungssystem Patriot gehen oder darum, welche Bestandteile aus Deutschland für Tomahawks geliefert werden könnten. Überdies sei zu prüfen, wie Strukturen aufgebaut werden könnten, um US-Systeme, die in Europa eingesetzt werden, zu warten. Da beim System Patriot die Koproduktion der GEM-T zwischen Raytheon und MBDA bereits angelaufen ist, könnte Pistorius mit seiner Aussage womöglich auf eine Zusammenarbeit bei der PAC-3 MSE als zweitem Patriot-Flugkörper angespielt haben.

Lars Hoffmann