Russland präsentiert schwimmende Abwehrplattform gegen Luft- und Seedrohnen

Kristóf Nagy

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Russland hat eine neue, schwimmende Plattform zum Schutz von Marinestützpunkten, Hafenanlagen und kritischer Infrastruktur vor unbemannten Luft- und Wasserfahrzeugen vorgestellt. Das als „Plot-47“ bezeichnete System wurde während eines Besuchs des Gouverneurs der Leningrader Region, Alexander Drosdenko, in Wyborg erstmals auf dem Wasser demonstriert.

Nach Angaben der Regionalverwaltung handelt es sich um einen vollständig im Leningrader Raum entwickelten und gefertigten Prototypen, der bereits eine vorläufige Zustimmung eines zuständigen Forschungsinstituts der russischen Marine erhalten habe.

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Nach Aussagen Drosdenkos entstand das Projekt als Reaktion auf die Analyse ukrainischer Angriffe. Demnach habe sich gezeigt, dass der Schutz wichtiger Objekte nicht nur gegen Luft-, sondern zunehmend auch gegen Bedrohungen von See aus verstärkt werden müsse. Die Plattform soll deshalb sowohl unbemannte Luftfahrzeuge (UAS) als auch unbemannte Überwasserfahrzeuge (USV) beziehungsweise Seedrohnen bekämpfen können. Parallel wurden bei der Vorführung auch russische, unbemannte Boote für Aufklärungs- und Angriffseinsätze sowie weitere Systeme zur Luftraumüberwachung präsentiert.

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Internationale Berichte bezeichnen das System teilweise als „Plot-40“. Beobachtern zufolge tauchen sowohl die Bezeichnung „Plot-40“ als auch „Plot-47“ im Zusammenhang mit derselben Entwicklung auf, sodass bislang unklar bleibt, ob es sich um unterschiedliche Versionen des selben Systems oder lediglich um abweichende Bezeichnungen handelt.

Nach veröffentlichten Bildern verfügt die Plattform über einen geschlossenen Aufbau mit geneigten Seitenflächen sowie eine ferngesteuerte Waffenstation auf dem Dach. Unklar ist bislang, ob die Plattform dauerhaft bemannt betrieben wird oder künftig über weitergehende Automatisierungsfunktionen verfügt. Technische Details zu Sensorik, Bewaffnung oder Reichweite wurden bislang nicht veröffentlicht.

Gleichwohl verdeutlicht diese Entwicklung den zunehmenden Stellenwert der Abwehr unbemannter Überwasserfahrzeuge im russisch-ukrainischen Krieg. Ukrainische Seedrohnen haben seit 2022 wiederholt russische Kriegsschiffe, Hafenanlagen und Infrastruktur angegriffen und Russland dazu gezwungen, seine Schutzmaßnahmen kontinuierlich anzupassen. Neben Sperren, Netzen und schwimmenden Barrieren entstehen inzwischen auch spezialisierte Plattformen für den Objektschutz auf dem Wasser. So hatte erst kürzlich der Kalaschnikow-Konzern mitgeteilt, dass die Modernisierung der BK-16-Patrouillenboote mit dem Ziel, die USV-Abwehr zu verbessern, weiter vorangetrieben wird.

Kristóf Nagy