Weiterer Standort für das Raketenabwehrsystem „Arrow“ in Bayern

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Für das Arrow-Raketenabwehrsystem (AWS-G: Arrow Weapon System for Germany) wird im Großraum Kaufbeuren eine „Einsatzstellung Süd“ errichtet. Wie das BMVg in einer Mitteilung schreibt, erfolgt dies in Ergänzung der Einsatzstellung am Standort Schönewalde. Damit werde das System für die Territoriale Flugkörperabwehr und die Luftverteidigungsarchitektur insgesamt gestärkt. Das System wird an mehreren, über Deutschland strategisch verteilten Stellungsbereichen in Nord, Ost und Süd aufgebaut und als ein zusammengeschaltetes System betrieben.

Die Entscheidung gaben heute der Hauptabteilungsleiter Aufwuchs im Bundesministerium der Verteidigung, Ministerialdirektor Alexander Götz, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sowie der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Holger Neumann, bekannt.

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Das Arrow-Luftverteidigungssystem ist ein defensives System und ermöglicht laut BMVg die frühzeitige Warnung und den Schutz der Bevölkerung, kritischer Infrastruktur und der Streitkräfte. Es schützt auch Deutschland als „logistische Drehscheibe“ der NATO-Verteidigungspläne. Die „Einsatzstellung Süd“ stärke die Fähigkeit des Arrow-Luftverteidigungssystems, ballistische Raketen oberhalb von 100 km Höhe zu erkennen und abzuwehren. Die Errichtung einer Sensorstellung im Großraum Kaufbeuren bietet den Angaben zufolge die optimalen Voraussetzungen, um den Schutz des gesamten Territoriums Deutschlands zu erreichen.

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Das Luftverteidigungssystem, das künftig von der Luftwaffe 24 Stunden am Tag an 365 Tagen im Jahr betrieben werden soll, besteht aus einem Kontrollzentrum (Gefechtsstand), Radaren vom Typ Green Pine Block C sowie Abschussvorrichtungen mit Lenkflugkörpern vom Typ Arrow 3. Anfliegende Gefechtsköpfe werden ußerhalb der Atmosphäre durch die dabei entstehende kinetische Aufschlagenergie zerstört

Der Großraum Kaufbeuren bietet laut BMVg hierfür optimale geografische Bedingungen, um einen wirksamen Beitrag zum Gesamtschutz des Bundesgebiets zu leisten und erfüllt gleichzeitig die komplexen Anforderungen des Abwehrsystems.

Bei der Standortsuche waren laut Mitteilung die komplexen Anforderungen für das Waffensystem zu berücksichtigen. Die Entscheidung sei nun durch die vertrauensvolle Zusammenarbeit sowohl der bayerischen Staatsregierung, der Fachbehörden als auch der Vertreter der Bundeswehr und des BMVg getroffen und bekanntgegeben werden konnte.

Um den neuen Standort des Luftverteidigungssystems AWS-G im Süden Deutschlands aufbauen zu können, überlässt das Land Bayern Grundstücke, die von den Bayerischen Staatsforsten bewirtschaftet werden, dem Bund zur Nutzung. Jetzt können alle Untersuchungen und Vorbereitungen durchgeführt werden, die für Bau und Betrieb der Anlage notwendig sind, wie aus einer Mitteilung der Luftwaffe hervorgeht. Langfristig sei ein Verkauf oder Tausch mit Eigentumsübertragung angestrebt.

Mit dem bayerischen „Gesetz zur Förderung der Bundeswehr“ unterstützt der Freistaat den Aufwuchs der Bundeswehr. In diesem Gesetz werde dem militärischen Nutzen gegenüber dem Denkmalschutz Vorrang eingeräumt, wenn es um Gebäude in militärischen Liegenschaften gehe, schreibt die Luftwaffe. Dadurch können für den benötigten Aufwuchs bestehende Liegenschaften deutlich schneller angepasst werden.

„Denkmalschutz sollte nicht bedeuten, Gebäude unter eine Glasglocke zu stellen“, betonte der Inspekteur der Luftwaffe. Ziel sei es vielmehr, Geschichte zu bewahren und zugleich eine Nutzung zu ermöglichen, die den Anforderungen der Gegenwart gerecht werde. Auch wenn, wie am Standort Kaufbeuren, kein Erlaubnisverfahren bei Änderungen an Denkmälern mehr erforderlich ist, bleibe Denkmalschutz wichtig.
lah