Deutsche Marine soll Hochleistungslaser erhalten

Lars Hoffmann

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Die Bundeswehr will für die Marine eine Hochenergielasersystem entwickeln lassen und dieses für den Einsatz auf Schiffen beschaffen. Das Waffensystem soll gegen sogenannte agile und signaturarme Ziele im Nah- und Nächstbereich eingesetzt werden. Dabei dürfte die Bundeswehr wohl an unterschiedliche Typen von Drohnen denken. Insbesondere im Hafen oder in Küstennähe dürfte ein solches Lasersystem seine Vorteile ausspielen, weil dort einerseits die Gefahr durch kleine Drohnen höher ist, anderseits alternative Wirkmittel wie etwa Maschinenkanonen aufgrund möglicher Kollateralschäden kaum eingesetzt werden dürften.

Die Kosten für die Fertigentwicklung und Beschaffung des als HoWiSM abgekürzten Sytems werden mit rund 460 Millionen Euro brutto beziffert, wie aus gut informierten Kreisen zu vernehmen ist. Dabei soll etwa ein Drittel der Summe als Vorauszahlung fließen, um Unterauftragnehmer rechtzeitig zu binden. Beauftragt werden soll bei dem Projekt ein aus MBDA Deutschland und Rheinmetall Waffe Munition bestehenedes Konsortium, das das erste System 2029 ausliefern soll. Eine sogenannte 25-Mio-Euro-Vorlage soll offenbar noch vor der Sommerpause des Bundestages behandelt werden, wie es heißt.

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Im Rahmen des Vertrages muss das System dem Vernehmen nach mit Waffenstation inklusive Sensorik und Führungskomponenten entwickelt und qualifiziert werden.

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Rheinmetall und die deutsche Sparte des europäischen MBDA-Konzerns wollten laut einer gemeinsamen Mitteilung vom Jahresbeginn ursprünglich im ersten Quartal 2026 ein Gemeinschaftsunternehmen für ihre Marine-Laser-Aktivitäten gründen. Die neue Gesellschaft solle die seit 2019 bestehende Kooperation und die erfolgreiche Umsetzung eines Marinelaserdemonstrators aufgreifen, um hochleistungsfähige und innovative Laserwaffensysteme – zunächst für die Marine – zu entwickeln und zur Verfügung zu stellen, hieß es damals. 

Der angekündigte Zeitplan wurde zwar nicht eingehalten. Wie aus gut informierten Kreisen zu vernehmen ist, soll die neue GmbH nun jedoch in den kommenden Monaten gegründet werden.

Der von beiden Unternehmen entwickelte Laser-Demonstrator war bereits auf einer Fregatte der Klasse 124 integriert worden und wurde ein Jahr lang unter operationellen Bedingungen getestet. Dabei seien alle notwendigen Fähigkeiten nachgewiesen worden, um die Ziele präzise, schnell und kollateralschadensarm zu bekämpfen, heißt es in der damaligen Mitteilung.

Lars Hoffmann