Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall und die deutsche Sparte des europäischen MBDA-Konzerns wollen im ersten Quartal 2026 ein Gemeinschaftsunternehmen für ihre Marine-Laser-Aktivitäten gründen. Wie die beiden Partner in einer Mitteilung schreiben, greift die neue Gesellschaft die seit 2019 bestehende Kooperation und die erfolgreiche Umsetzung eines Marinelaserdemonstrators auf, um hochleistungsfähige und innovative Laserwaffensysteme – zunächst für die Marine – zu entwickeln und zur Verfügung zu stellen.
Die Deutsche Marine soll ein operationelles Laserwaffensystem erhalten, das komplementär zu Rohrwaffen und Lenkflugkörpern, insbesondere zur Abwehr von Drohnen und weiteren hochagilen Zieltypen im Nah- und Nächstbereich geeignet ist, wie aus der Mitteilung hervorgeht. MBDA und Rheinmetall seien für diese Aufgabe bestens aufgestellt: Der gemeinsam erstellte Demonstrator wurde bereits auf einer Fregatte der Klasse 124 integriert und ein Jahr lang erfolgreich unter operationellen Bedingungen getestet. Dabei seien alle notwendigen Fähigkeiten nachgewiesen worden, um die Ziele präzise, schnell und kollateralschadensarm zu bekämpfen, heißt es in der Mitteilung.
Insbesondere auch gegen anspruchsvollste Ziele und unter widrigen Umweltbedingungen sei das System nachweisbar in der Lage, einen Haltepunkt in der Größe einer Ein-Euromünze auf einem weit entfernten Ziel stabil zu verfolgen und punktgenau die Energie der Laserwaffe dorthin zu bündeln. Diese Präzisionsfähigkeit im Tracking und in der Bekämpfung verhindert einen Vorbeischuss am Ziel und gewährt damit größtmögliche Sicherheit.
„Mit dieser GmbH setzen wir neue Maßstäbe in der Entwicklung und Produktion hochmoderner militärischer Laserwaffensysteme designed und made in Germany“, erklärt Thomas Gottschild, Geschäftsführer MBDA Deutschland, laut Mitteilung. Sie manifestiere die Vorteile der langjährigen Zusammenarbeit und unterstreiche das Engagement beider Unternehmen, schnellstmöglich das erfolgreich erprobte maritime Produkt marktverfügbar zu machen und der Bundeswehr weitere Drohnenabwehrmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen. „Durch die Kombination komplementärer und innovativer Kernkompetenzen können wir ein technologisch führendes, qualifiziertes und einsatzfähiges Laserwaffensystem für die Deutsche Marine anbieten“, so Gottschild.
Nach Aussage von Roman Köhne, Leiter der Rheinmetall-Division Weapon and Munition, haben sich beide Partner von Beginn an auf ihre Stärken fokussiert. „Deshalb kann zielgerichtet in kurzer Zeit der Bundeswehr ein Produkt angeboten werden, dass in der Summe seiner Eigenschaften einzigartig ist. Darüber hinaus wurde von Anfang an ein Schwerpunkt in der Nationalisierung der Technologie gelegt: Neben staatlicher Souveränität und Versorgungssicherheit in Krisenfällen, ist es ein Ziel, langfristig Arbeitsplätze in Deutschland zu erhalten, auf- und auszubauen.“
Wie aus der Mitteilung weiter hervorgeht, wurde nach erfolgreicher einjähriger Testphase zur See mit mehr als über 100 Beschüssen und Trackingversuchen gegen verschiedene Ziele, unter anderem auch gegen „Blue Sky“, also ohne die Landschaft als Strahlenfang zu nutzen, wurde der Laserdemonstrator für die Marine zur weiteren Erprobung an das Laserkompetenzzentrum der Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition (WTD 91) in Meppen transferiert. Er sei dort wieder in Betrieb genommen worden und werde zur weiteren Erprobung auch landgestützter Drohnenabwehr genutzt.
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