Die deutschen Fregatten der Brandenburg-Klasse (F123) sollen auch nach der bevorstehenden Modernisierung zur U-Jagd eingesetzt werden. Wie aus der Vorankündigung für eine 25-Millionen-Euro-Vorlage hervorgeht, die in dieser Woche vom Verteidigungsausschuss des Bundestages behandelt wird, geht es um die Änderung eines Vertrages im Projekt „F 123 Sicherstellen der Einsatzverfügbarkeit“. Dabei soll eine Beauftragung von Leistungen zur Wiederherstellung der U-Boot-Jagd-Fähigkeiten der Fregatten Klasse 123 erfolgen, wie es heißt.
Gut informierten Kreisen zufolge sollen im Rahmen der Modernisierung unter anderem Schleppsonare einer kanadischen Tochter des israelischen Rüstungskonzerns Elbit eingerüstet werden. Dem Vernehmen nach, haben Platzrestriktionen zur Auswahl der Technologie geführt. Deshalb kommte offenbar ein Sonar der deutschen Firma Atlas Elektronik nicht in Frage. Die Elbit-Tochtergesellschaft GeoSpectrum Technologies (GTI) hatte bereits vor einigen Jahren über erfolgreiche Tests mit ihrem Schleppsonar TRAPS (Towed Reelable Active Passive Sonar) berichtet. Dieses soll leicht und kompakt genug sein, um es auf den Fregatten der Klasse 123 einzurüsten.
Das Bundeswehr-Beschaffungsamt BAAINBw hatte den schwedischen Rüstungskonzern Saab im Jahr 2021 mit der Modernisierung der Klasse F 123 beauftragt. Wie es damals hieß, umfasste der Vertrag anfänglich die Lieferung und Integration des Führungs- und Waffeneinsatzsystems (FüWES) 9LV, der Radare Sea Giraffe 4A und Sea Giraffe 1X, der Feuerleitanlage Ceros 200 sowie weiterer Systeme von Drittanbietern, einschließlich IFF-Fähigkeit.
Wie hartpunkt aus gut informierten Kreisen erfahren hat, wurde der finale Design-Freeze für die Modernisierung der Fregatten erst zum Ende vergangenen Jahres erreicht, so dass jetzt erst mit den Hauptmaßnahmen begonnen werden kann und eine Auslieferung offenbar 2029 erfolgen soll. Beobachter gehen davon aus, dass neben dem Schleppsonar noch weitere Komponenten für Electronic Warfare von Elbit geliefert werden.
Dem Vernehmen nach könnten zahlreiche Sensoren- und Effektoren, die für die F123 ausgewählt wurden, auch auf den zukünftigen Fregatten der Klasse 128 (MEKO A-200) eingesetzt werden. Dazu gehört offenbar auch das FüWES 9LV, obwohl mit dem CMS 330 von Lockheed Martin Canada ein neues Standard-FüWES in die Marine eingeführt wird. Hintergrund der Maßnahme könnte sein, dass der Zulauf der ersten F128 bis Ende 2029 höchste Priorität haben dürfte. TKMS hatte für das australische Beschaffungsprogramm SEA-3000 offenbar bereits einen MEKO-200-Entwurf mit 9LV ins Rennen geschickt. Beobachter vermuten, dass darauf auch die F128 aufbauen könnte. Da das CMS 330 gegenwärtig noch auf keinem Schiff der deutschen Marine implementiert ist, dürfte eine Einrüstung in die F128 wohl aus den Zeitgründen als zu risikoreich angesehen werden. Allerdings ist denkbar, das 9LV zu einem späteren Zeitpunkt gegen das CMS 330 zu tauschen.
Sollten die vier Fregatten der Klasse 123 wie geplant umgerüstet werden und vier F128 zulaufen, würde die Marine dann womöglich über acht im Wesentlichen gleich ausgestattete Fregatten verfügen. Das macht Logistik und Ausbildung deutlich einfacher. Dazu kommen dann nochmal sechs Fregatten der Klasse 126 und acht Luftverteidigungsfregatten der Klasse 127. Auch wenn nicht alle diese Schiffe gleichzeitig im Dienst der Marine stehen werden, ergäbe sich daraus die Herausforderung, dafür das benötigte Personal zu rekrutieren und auszubilden.
Auch bleibt abzuwarten, ob sich ein derart ambitioniertes Fregattenprogramm finanziell wirklich umsetzen lässt. So kursierten bereits vor Wochen Summen von bis zu sechs Milliarden Euro, mit denen jedes Exemplar der Klasse 127 zu Buche schlagen könnte. Ob das zutrifft, sei dahingestellt. Allerdings dürfte ein Preis in dieser Größenordnung politisch nicht einfach zu begründen sein.
Lars Hoffmann














