Joint Venture für Raketenartilleriesystem EuroPULS gegründet

Waldemar Geiger

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Das Münchener Landsystemhaus KNDS Deutschland und die Land-Division des israelischen Rüstungskonzerns Elbit Systems haben heute die Gründung eines Joint Ventures zur Vermarktung des Raketenartilleriesystems EuroPULS – auch bekannt als MARS 3 – vereinbart. Beide Unternehmen werden jeweils 50 Prozent am Gemeinschaftsunternehmen haben.

Die Gründung erfolgte Insidern zufolge im Zuge eines erstens Schießens des Raketenartilleriesystems auf deutschem Boden. Im Rahmen des Schießens soll die von Diehl Defence entwickelte Übungsrakete 122mm verschossen worden sein, die auf der 122mm-Rakete von Elbit Systems des Typ Accular basiert.

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Wie KNDS in einer heutigen Mitteilung schreibt, wird das Unternehmen mit dem Namen EuroPULS GmbH den Hauptsitz in Kassel haben und sich vorrangig auf die Bedürfnisse der europäischen Streitkräfte im Bereich Raketenartilleriesysteme konzentrieren. hartpunkt vorliegenden Informationen zufolge sollen neben Deutschland auch mindestens drei weitere Nationen an der Beschaffung des Raketenartilleriesystems Interesse haben.

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„Diese Partnerschaft stärkt unsere Position und ermöglicht es uns, die Marktpräsenz unserer Raketenartillerie weiter auszubauen“, wird Dr. Axel Scheibel, Chief Technology Officer von KNDS Deutschland, in der Mitteilung zitiert. „Elbit steuert sein einsatzerprobtes Raketenwerfersystem PULS bei, während KNDS seine fortschrittliche Feuerleittechnik und seinen breiten europäischen Kundenstamm einbringt. Gemeinsam sind wir zuversichtlich, dass EuroPULS die wachsende Nachfrage europäischer Nationen nach verstärkten Verteidigungsfähigkeiten erfüllen wird.“

Yehuda (Udi) Vered, Geschäftsführer von Elbit System Land, fügte hinzu: „Die Gründung dieses Joint Ventures ist ein wichtiger Schritt zur Vertiefung unserer industriellen Zusammenarbeit und unseres Engagements in Europa und der NATO. Durch die Kombination der starken Präsenz von KNDS im Bereich europäischer Landsysteme mit den kampferprobten Fähigkeiten von Elbit in diesem Bereich schaffen wir eine Lösung, die auf die sich wandelnden Bedürfnisse der europäischen und NATO-Streitkräfte zugeschnitten ist.“

Wie KNDS weiter schreibt, hat Deutschland im Rahmen eines Regierungsabkommens zwischen den Niederlanden und Israel als Partner fünf EuroPULS-Launcher für den Aufbau einer Anfangsbefähigung bestellt. Die Lieferung und Qualifizierung sind dem Unternehmen zufolge für 2027 geplant. Der Bundestag hat die Beschaffung in seiner letzten Sitzung im Jahr 2024 gebilligt, hartpunkt berichtete. Zu dem Zeitpunkt wurde der Zulauf der ersten Systeme für 2025 kolportiert.

Wie hartpunkt Anfang März zudem mit Verweis auf gut informierte Kreise berichtete, beabsichtigt die Bundeswehr den Abschluss einer Rahmenvereinbarung für die Beschaffung von rund 500 MARS-3-Raketenartilleriesystemen. Rund die Hälfe der in der Vereinbarung festgelegten Menge ist für den Bundeswehrbedarf bestimmt, die andere Hälfte stünde bei Interesse verbündeten Nationen zur Verfügung. Diese könnten die Systeme dann im Rahmen eines Regierungsgeschäftes mit der Bundesrepublik dann zu den gleichen Konditionen wie die Bundeswehr erwerben. Dem Vernehmen nach sollen die Niederlande sowie Dänemark Interesse geäußert haben, zusätzliche Systeme zu den bereits gekauften PULS zu beschaffen. Zudem denkt wohl auch Bulgarien darüber nach, das Raketenartilleriesystem einzuführen.

Mit dem Sachverhalt vertraute Kreise gehen davon aus, dass die parlamentarische Befassung für das Beschaffungsvorhaben im zweiten Halbjahr 2026 erfolgen soll. Es wird zudem erwartet, dass in einem ersten Schritt nur ein Teil der 250 möglichen Systeme als Festbestellung gekauft wird.

Waldemar Geiger