Verteidigungsminister Boris Pistorius bietet den singapurischen Streitkräften die Hilfe der Bundeswehr bei der Einführung von Seefernaufklärern des Typs P-8 Poseidon an, sollte sich der Stadtstaat für dieses Flugzeugmuster entscheiden. Wie Pistorius heute bei einer Pressekonferenz während seines Besuch in Singapur ausführte, denkt das südostasiatische Land gegenwärtig über den Kauf von Seefernaufklärungsflugzeugen des Typs P-8 nach. „Wir haben unsere ersten in diesem Jahr bereits bekommen und schon im Indopazifik eingesetzt. Und gerne wollen wir unsere Erfahrungen weitergeben und Singapur bei der Einführung unterstützen“, sagte der Minister. Er verwies auf ähnliche Kooperationen etwa im Bereich der U-Boote. So werden seinen Worten zufolge gegenwärtig singapurische Crewmitglieder in Deutschland für die neuen U-Boote der Klasse 218 ausgebildet.
Pistorius hatte kurz zuvor an der Unterzeichung einer Kooperationsvereinbarung zwischen TKMS und der singapurischen ST Engineering zusammen mit seinem singapurischen Amtskollegen Chan Chun Sing teilgenomen. Beide Unternehmen wollen in Zukunft einen Hub für Wartung und Instandsetzung von TKMS-U-Booten in Singapur einrichten.
Der Minister bezeichnete Singapur als verlässlichen und zentralen Parnter Deutschlands in vielen Feldern, darunter der militärischen Kooperation. So seien sowohl die Deutsche Marine als auch die Luftwaffe wiederholt zu Gast in dem Stadtstaat gewesen. Beide Ländern wollen seiner Aussage zufolge ihre Zusammenarbeit im Cyberbereich intensivieren, um von ihren Erfahrungen und Erkenntnissen wechselseitig zu profitieren. Bereits seit 2020 habe Deutschland einen Verbindungsoffizier an das Information Fusion Center entsandt, ein internationales Lagezentrum, das das maritime Lagebild für Südostasien erstelle.
Die Freiheit der Handelswege, die Sicherheit der Meere, sei gerade auch für Deutschland als größte Exportnation in Europa genauso wie für Singapur als technologischen und maritimen Hub hier in der Region von zentraler Bedeutung, betonte der Minister.
„Singapur betreibt eine große Flotte von Leopard-2- Kampfpanzern und die Ausbildung der Soldatinnen und Soldaten findet in Deutschland statt“, so Pistorius. Erst vor wenigen Tagen wurde nach Angaben der singapurischen Streitkräfte die 17. Ausgabe der Übung „Panzer Strike“, an der der neben singapurischen Soldaten auch Vertreter des Panzergrenadierbataillons 391 teilnahmen, in der Oberlausitz abgeschlossen.
Nach Aussage von Pistorius plant die Bundeswehr, im kommenden Jahr mit Seefernaufklärern und einem Seebataillon im Indopazifik unterwegs zu sein und an Übungen teilzunehmen. „Und in 2028 wird Deutschland dann wieder an RIMPAC teilnehmen, der größten Marineübung der Welt“, kündigte der Minister an.
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