Die Augsburger RENK Group AG, ein führender Anbieter von Antriebslösungen für den militärischen Bereich, hat eine verbindliche Vereinbarung für die Übernahme von David Brown Defence (DBD) von Stellex Capital Management abgeschlossen. David Brown Defence sei spezialisiert auf Hochpräzisionsgetriebe für Marine- und landbasierte Verteidigungsanwendungen, schreibt RENK in einer Mitteilung. Mit der Übernahme setze RENK seine Konsolidierungsstrategie des internationalen Markts für Getriebe im Verteidigungssektor fort.
„David Brown Defence liefert uns den Zugang zu den Five-Eyes-Ländern, stärkt unseren langfristigen Zugang zu wichtigen Programmen für Marineplattformen und erschließt Chancen in unserem Aftermarket-Geschäft“, sagt Alexander Sagel, CEO der RENK Group AG, laut Mitteilung. Gleichzeitig erweitere sein Unternehmen das bestehende Produktportfolio und das technologische Know-how durch die Integration von Antrieben für U-Boot-Anwendungen. „Als europäischer Partner sind wir dem Standort Huddersfield und der britischen Verteidigungsindustrie langfristig verpflichtet, und wir freuen uns, das Team von David Brown Defence in der RENK-Familie willkommen zu heißen“, betont Sagel.
„Die Übernahme von David Brown Defence durch die RENK Group ist ein starkes Bekenntnis zum Industriestandort Großbritannien und eine bedeutende Investition in ein Unternehmen, dessen Antriebs- und Getriebetechnologien zu den tragenden Komponenten verschiedener See- und Landsysteme der britischen Streitkräfte gehören“, so Rupert Pearce, Nationaler Rüstungsdirektor des Vereinigten Königreichs. Die Transaktion werde dazu beitragen, die Resilienz der Lieferketten zu stärken, hochqualifizierte Arbeitsplätze zu sichern und sicherzustellen, dass die britischen Streitkräfte über die Fähigkeiten verfügen, die sie benötigen.
Das Unternehmen David Brown Defence aus Huddersfield hat laut Mitteilung mehr als 100 Jahre Erfahrung in der Entwicklung und Fertigung von Getriebesystemen für Marine- und landbasierte Verteidigungsanwendungen. Es zähle rund 530 Beschäftigte und sei in den bedeutendsten Rüstungsprogrammen der britischen, australischen und kanadischen Marine als Schlüssellieferant positioniert.
Die Übernahme von David Brown Defence verschaffe RENK Zugang zu wichtigen Marineprogrammen der kommenden Jahre, darunter das Global Combat Ship (GCS) mit bis zu 34 Schiffen, darunter Fregatten des Typs 26, Fregatten der Hunter-Klasse und Zerstörer der River-Klasse, schreibt das Unternehmen. Nach Angaben von RENK existiert ein gesicherter Auftragsbestand und eine Pipeline von über 700 Millionen Pfund für den Zeitraum 2026 bis 2030. Aufgrund der langen Lebenszyklen der Marineprogramme Großbritanniens, Kanadas und Australiens eröffne die Übernahme nachhaltige Wachstumschancen im Aftermarket-Geschäft.
Das Portfolio von David Brown Defence besteht den Angaben zufolge aus drei Segmenten. Im Bereich Marine Surface ist David Brown Defence als zertifizierter Lieferant fest in die genannten Überwasserprogramme integriert und bringt langjährige Referenzen als Hersteller von Hauptantriebsgetrieben für Überwasserkampfschiffe mit.
Im Bereich Marine Sub-surface integriert das britische Unternehmen Technologiekompetenzen in geräusch- und vibrationsarmen Antrieben für U-Boote, die bislang nicht zum Portfolio der RENK Group gehörten und eine bedeutende Rolle für die nächste Generation von Unterwasserplattformen spielen. Im Landbereich ergänzen britische Programmreferenzen, darunter Challenger 2 sowie Boxer, das bestehende RENK-Portfolio gepanzerter Fahrzeuge. Die Transaktion steht den Angaben zufolge unter dem Vorbehalt der üblichen regulatorischen Genehmigungen und wird für das vierte Quartal 2026 erwartet. Über die finanziellen Konditionen der Transaktion haben beiden Parteien Stillschweigen vereinbart.
lah















