Die Bundeswehr soll in Zukunft für die Zielaufklärung und Lenkung des indirekten Feuers bodengebundener Wirksysteme, des Einsatzes von Kampfhubschraubern sowie den Wirkmitteln der Luftwaffe mit Radpanzern des Typs Boxer ausgestattet werden.
Dazu wurde die ARTEC, ein Joint Venture von Rheinmetall und KNDS Deutschland, im Auftrag der Bundeswehr im Dezember 2021 von der europäischen Rüstungsagentur OCCAR mit der Entwicklung eines Boxers mit einem Missionsmodul für „Joint Fire Support Teams, schwer“ (JFSTsw) beauftragt. Dieses soll die Koordination des Feuerkampfs Boden/Boden sowie Luft/Boden von einem Fahrzeug aus ermöglichen, wie bei den Media Days 2026 des deutsch-französischen Landsystemhauses KNDS in München am gestrigen Donnerstag deutlich wurde. Wie hartpunkt am Rande der Veranstaltung erfahren hat, soll die Bundeswehr einen Bedarf von 150 bis 200 Fahrzeugen des neuen Typs für die Feuerunterstützung haben.
Bei den Media Days präsentierten auch mehrere Partnerunternehmen von KNDS-Produkte, die im Rahmen von Kooperationen genutzt werden. So stellte der französische Rüstungskonzern Thales sein Panoramic Above Armour Gimbal (PAAG) vor, das über mehrere Sensoren verfügt, und laut Thales für den neuen Joint-Fire-Support-Boxer der Bundeswehr ausgewählt wurde. Hergestellt wird das PAAG bei der britischen Thales-Tochter in Schottland.
Das stabilisierte System, das die Aufklärungsleistung auch während der Fahrt bietet, besteht aus einem Wärmebildgerät und einer hochauflösenden Taglicht-Farbkamera. Es ermöglicht die Identifizierung von Zielen je nach Größe auf mehrere Kilometer Entfernung und kann im Dauerbetrieb die gesamte Hemisphäre rund um das Fahrzeug abdecken. Weitere Ausstattungsmerkmale sind ein Mast sowie ein Laserentfernungsmesser.
Wie es hieß, hat sich das Unternehmen bei dem Gimbal auf Sensormast im Wettbewerb gegen mehrere Konkurrenten aus dem In- und Ausland durchgesetzt. Ein Angebot für eine dreistellige Stückzahl soll der Bundeswehr bereits zugegangen sein. Die Boxer-Chassis für die Joint-Fire-Support-Radpanzer sollen dem Vernehmen nach aus dem großen Boxer-Rahmenvertrag mit der Bezeichnung „Arminius“ beigesteuert werden, dessen Unterzeichnung noch bevorsteht.
Interessant ist zudem der Umstand, dass die Fahrzeuge entgegen der ursprünglichen Planung dem Vernehmen nach nicht mit Protector-Waffenstationen (wie im Bild zu sehen) von Kongsberg beschafft werden.
Lars Hoffmann















