Der Münchener Panzerbauer KNDS Deutschland wurde eigenen Angaben zufolge mit der Modernisierung von 72 Bundeswehr-Boxer-Fahrzeugen der Variante „schweres geschütztes Sanitätsfahrzeug” im Wert von etwa 117 Millionen Euro beauftragt. Wie das Unternehmen in einer heutigen Mitteilung schreibt, wurde ein entsprechender Vertrag zwischen KNDS Deutschland und ARTEC (Generunternehmen des Boxers und ein Joint Venture von KNDS Deutschland und Rheinmetall Landsysteme) unterschieben.
Die ersten hochgerüsteten Systeme sollen ab 2027 der Truppe zulaufen und unter anderem eine neue, dem modernsten Stand entsprechende medizinische Ausstattung enthalten. Im Rahmen des D-LBO-Projektes (Digitalisierung landbasierter Operationen) des Deutschen Heeres werden die Fahrzeuge außerdem mit digitalen Funkgeräten der neuesten Generation ausgerüstet.
KNDS Deutschland zufolge bietet das schwere geschützte Sanitätsfahrzeug als erstes Glied in der medizinischen Rettungskette die Grundlage für die präklinische Behandlung von Verwundeten. Das variable Ambulanz-Missionsmodul kann, abhängig von der Art der Verletzung, eine variable Anzahl von Verwundeten aufnehmen. Zudem ist eine „intensive care“-Betreuung möglich.
Das schwere geschützte Sanitätsfahrzeug ist in der Lage bis zu sieben sitzende Verwundeten oder drei liegende Verwundete zu transportieren. Kombiniert können mit dem Boxer neben der dreiköpfigen Besatzung zwei liegende und drei sitzende Verwundete unter Panzerschutz transportiert werden. Dabei verfügt das Fahrzeug über das gleiche Schutzniveau für die Besatzung wie die Infanterievariante des Boxers und ist somit KNDS Deutschland zufolge eines der bestgeschützten Sanitätsfahrzeuge auf dem Markt. Der Bundeswehr zufolge ist der Boxer geschützt vor Beschuss mit mittleren Kalibern, Minen und Improvised Explosive Devices, das heißt, unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtungen.
Waldemar Geiger


















