Bei einem Treffen gestern in Berlin unterzeichneten die Verteidigungsminister Deutschlands und Rumäniens, Boris Pistorius und Radu-Dinel Miruță, im Bendlerblock eine gemeinsame Absichtserklärung zur weiteren Intensivierung der militärischen Zusammenarbeit, wie aus einer Mitteilung des BMVg hervorgeht. Auf der Grundlage der Absichtserklärung solle zum Beispiel geprüft werden, wie die Kooperation vertieft werden könne, insbesondere im Bereich der Luftverteidigung, so Pistorius. Im Rahmen der European Sky Shield Initiative (ESSI) gibt es zwischen Deutschland und Rumänien bereits eine Kooperation, der sich auch über 20 andere Länder angeschlossen haben, um die europäische Luftverteidigung zu stärken. Die entsprechenden Systeme sollen gemeinsam beschafft werden. Rumänien gehörte zu den ersten Partnern, die sich der Initiative angeschlossen haben.
„Unsere Kooperation soll sich ausweiten auf die Nutzung von EU-Instrumenten für Fähigkeitsentwicklung und Beschaffung“, sagte Pistorius. Hierbei kann Rumänien laut BMVg auf neue EU-Finanzierungsmöglichkeiten wie SAFE (Security Action for Europe) zurückzugreifen. Mit SAFE werden Mitgliedstaaten, die bereit sind, in die industrielle Produktion im Verteidigungsbereich durch gemeinsame Beschaffung zu investieren, zu finanziell attraktiven Konditionen unterstützt.
Wie es in einer Meldung des BMVg auf seinem offiziellen WhatsApp-Kanal heißt, kann Rumänien mittels SAFE auf Kredite in Höhe von über 16 Milliarden Euro zugreifen. Mit diesen wird laut dem deutschen Verteidigungsministeriums die Beschaffung von Systemen wie Iris-T SLM oder Skyranger geprüft.
Ein aktueller Schwerpunkt der Zusammenarbeit sei zudem die Beteiligung der deutschen Luftwaffe bei der Mission Enhanced Air Policing South zur Sicherung des südöstlichen Luftraums der NATO, schreibt das BMVg. Seit August 2025 sind erneut deutsche Eurofighter auf dem rumänischen Militärflugplatz Mihail Kogălniceanu stationiert. Zum vierten Mal bereits zeigt die Luftwaffe mit ihren Kampfjets an der rumänischen Schwarzmeerküste Präsenz. „Unsere Flugzeuge werden fast jeden Tag alarmiert – häufig sogar mehrmals täglich“, so Pistorius. Miruță lobte die Professionalität der in Rumänien stationierten deutschen Soldatinnen und Soldaten und die gute Zusammenarbeit.
Zudem ist Rumänien Gastgeberland für deutsche Soldatinnen und Soldaten bei NATO-Manövern; zuletzt bei Swift Response, der größten Luftlandeübung der NATO seit dem Kalten Krieg.
Deutschland und Rumänien hatten bereits im vergangenen Jahr einen Aktionsplan für die Vertiefung der Rüstungszusammenarbeit unterzeichnet. Zunächst gehe es dabei um den Aufbau von Kapazitäten zur Munitionsproduktion in Rumänien, schreibt das Verteidigungsminiterum. Miruță kündigte demnach an, dass bereits in diesem Jahr die Produktion starten würde.
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