Multispektrale Tarnsysteme: Schweiz wählt drei Lieferanten aus

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Das Schweizer Bundesamt für Rüstung armasuisse hat den Zuschlagsentscheid für die Beschaffung von Multispektralen Tarnsystemen (MSTS) für die Streikräfte des Alpenlandes getroffen. Wie es in einer Mitteilung der armasuisse heißt, wird die Beschaffung mit allen drei europäischen Lieferanten der Shortlist, SSZ Camouflage AG aus der Schweiz, Saro GmbH aus Deutschland (Inhaberin der Marke Ghosthood) und Saab Barracuda AB aus Schweden, weitergeführt. Berücksichtigt wurden den Angaben zufolge neben der Leistungsfähigkeit der Systeme auch deren Einsatzintegration sowie logistische und wirtschaftliche Kriterien.

Die Vergabe umfasst laut armasuisse vierzehn Lose, die anhand der technischen Anforderungen den jeweils geeignetsten Lieferanten zugeteilt werden. Die getesteten Tarn- und Täuschsysteme reduzieren neben optischen auch infrarote und radarbasierte Signaturen. Damit tragen die Systeme wesentlich dazu bei, die Entdeckbarkeit durch moderne Sensoren zu verringern und den Schutz der Truppe zu verbessern.

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Wie die armasuisse weiter ausführt, wurden im Rahmen des Einladungsverfahrens die Systeme der drei Shortlist-Kandidaten, SSZ Camouflage AG (Zug, Schweiz), Saro GmbH (Hechingen, Deutschland) und SAAB Barracuda AB (Gamleby, Schweden mit Zweigniederlassung in Thun), anhand technischer und operationeller Kriterien erprobt und bewertet. Die Erprobungen fanden zwischen Juli und September unter der Leitung von armasuisse auf den Waffenplätzen Thun und Bure statt. Ebenso an den Erprobungen beteiligt waren das Kommando Operationen, die Luftwaffe, das Heer, der Armeestab (ASTAB) sowie die Logistikbasis der Armee (LBA). Die Erprobungsresultate bildeten die Grundlage für den nun erfolgten Zuschlagsentscheid.

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Die Erprobungsresultate haben laut Mitteilung gezeigt, dass alle drei Lieferanten unterschiedliche Eigenschaften hinsichtlich deren Wirkung erfüllen und kombiniert den bestmöglichen Schutz gegen moderne Aufklärungstechnologien bieten.

Die ausgewählten Tarn- und Täuschsysteme reduzieren demnach die Signaturen in verschiedenen elektromagnetischen Spektren und erfüllen somit die Anforderungen der Schweizer Armee. Die Vergabe an den Schweizer Lieferanten SSZ Camouflage AG erfolge unter Auflage, dass die Truppentauglichkeit erreicht werde.

Der Zuschlag für Multispektrale Tarnsysteme zugunsten eines Schweizer Lieferanten und zweier europäischer Lieferanten trage in zweifacher Hinsicht zur Umsetzung der Rüstungspolitischen Strategie des Bundesrates vom 20. Juni 2025 bei, schreibt die armasuisse. Die Strategie sehe einerseits die Stärkung der heimischen sicherheitsrelevanten Technologie- und Industriebasis vor, damit die Schweiz auch künftig über sicherheitsrelevante Schlüsseltechnologien und industrielle Kernfähigkeiten und Kapazitäten im Inland verfüge. Dazu sollen möglichst 60 Prozent des gesamten Rüstungsbeschaffungsvolumens in der Schweiz getätigt werden.

Zugleich sehe die Strategie vermehrte Beschaffungen in den Nachbarstaaten und weiteren europäischen Staaten vor, da diese Staaten für die Schweiz von besonderer rüstungspolitischer Bedeutung sind. Um die Option zu haben, sich im Falle eines bewaffneten Konflikts in Zusammenarbeit mit anderen Staaten verteidigen zu können, müsse die Schweiz Systeme und Material beschaffen, die mit denen anderer Staaten entweder identisch oder zumindest kompatibel seien.
lah