Bundeswehr will rund eine Milliarde Euro in zusätzliche Nachtsichtbrillen investieren

Waldemar Geiger

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Die Bundeswehr scheint es ernst zu meinen mit der querschnittlichen Ausstattung der Truppe mit moderner Nachtsehtechnik und möchte 100.000 zusätzliche Sätze der „Nachtsichtbrille, querschnittlich“ beschaffen, wie aus der Tagesordnung für die nächste Woche anberaumte Sitzung des Haushaltsausschusses hervorgeht. Solche Stückzahlen wären einmalig auf dem europäischen Kontinent und ein deutliches Signal dafür, dass von nun an Klotzen statt Kleckern bei der Ausstattung der Truppe angesagt ist.

Gut informierten Kreisen zufolge soll die Beschaffung mittels eines bestehenden Rahmenvertrages mit der europäischen Rüstungsagentur OCCAR erfolgen. Der ursprüngliche Rahmenvertrag zwischen der OCCAR und einem Industriekonsortium, bestehend aus Theon Sensors und Hensoldt Optronics, wurde im Juni 2021 geschlossen und sah die Lieferung von bis zu 29.500 Mikron-Brillen für Belgien und Deutschland vor, 9.500 fest und 20.000 als Option. Seitdem wurde er bereits mehrfach ausgeweitet. Alleine Deutschland hat in den vergangenen vier Jahren insgesamt rund 66.000 Nachtsichtbrillen bestellt, von den fast 50.000 Brillen bereits ausgeliefert wurden.

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Wie es aus gut informierten Kreisen heißt, soll der Haushaltsausschuss im Rahmen der nächstwöchigen Beratung der 25-Mio-Vorlage etwa eine Milliarde Euro für die Beschaffung der 100.000 zusätzlichen Sätze sowie dem dazugehörigen Ersatzteilbedarf freigeben.

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Bei der „Nachtsichtbrille, querschnittlich“ handelt es sich um die Theon Mikron, eine binokulare Nachtsichtbrille mit zwei 16-mm-Restlichtverstärkerröhren des Herstellers Exosense (ehemals Photonis Defense) und integriertem Infrarotstrahler. Diese kann vom Soldaten sowohl am Helm als auch mittels eines Kopftragesystems getragen werden. Die Monokulare können separat weggeklappt werden. Die Mikron wird mit einer einzelnen AA-Batterie betrieben, kann aber – sollte eine längere Betriebszeit notwendig sein – auch mit einem externen Batteriepack betrieben werden.

Waldemar Geiger