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Finnische Streitkräfte beschaffen erstmals stärker gepanzertenTransportpanzer Patria 6×6

Waldemar Geiger

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Die finnischen Streitkräfte werden als erste die stärker gepanzerte Variante des 6×6-Transportpanzers von Patria erhalten. Wie das Unternehmen in einer heute veröffentlichten Mitteilung schreibt, hat der finnische Verteidigungsminister Antti Häkkänen das Logistikkommando der finnischen Streitkräfte ermächtigt, im Rahmen des Common Armoured Vehicle System (CAVS)-Programms eine Serienbeschaffung von schwerergepanzerten 6×6-Plattformen zu starten.

Die erste Phase der Beschaffung umfasst ein Vorserienfahrzeug und 20 ferngesteuerte Waffenstationen des norwegischen Herstellers Kongsberg, die in die Fahrzeuge integriert werden. Die Beschaffung umfasst auch eine Option für den Erwerb weiterer 18 Fahrzeuge sowie Vorkehrungen für die Ausstattung der Fahrzeuge, die Wartung, die Ersatzteile und die Ausbildung.

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Patria zufolge unterscheiden sich die stärker gepanzerten Fahrzeugvarianten von den 6×6-Basisfahrzeugvarianten durch einen höheren Schutzgrad. Zudem stärkt die integrierte Waffenstation die Möglichkeiten des Fahrzeuges in puncto Wirkung – die Basisfahrzeuge der finnischen Streitkräfte verfügen lediglich über ein Krähennest. „Das stärker gepanzerte Patria-6×6-Fahrzeug mit ferngesteuerter Waffenstation ist das Endergebnis der Forschungs- und Entwicklungsarbeit mehrerer Länder“, wird Jussi Järvinen, Executive Vice President der finnischen Patria-Division, in der Mitteilung des Unternehmens zitiert.

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Das genaue Schutzniveau geht aus der Mitteilung nicht hervor. Patria hat im Rahmen der Rüstungsmesse DSEi 2023 in London eine Variante des 6×6-Transportpanzers mit integrierter Zusatzpanzerung ausgestellt. Im Gegensatz zum Basis-6×6, dessen Schutz STANAG 4569 Level 2 entspricht, verfügte die besser gepanzerte Variante über ein Schutzniveau gemäß STANAG 4569 Level 4. Optisch gleicht das auf der Messe ausgestellte Fahrzeug dem Radpanzer, den Patria im Rahmen der nun verschickten Mitteilung abgebildet hat. Weitere Unterschiede zu der Basisvariante sind mehrere integrierte Schnellnebelsysteme Rosy, die das Schutzniveau des Fahrzeuges noch weiter erhöhen. Da es sich um ein Vorserienfahrzeug handelt, könnten sich die Designmerkmale jedoch noch ändern. Im Gegensatz zum Basis-6×6 ist der besser gepanzerte Radpanzer auf Grund des zusätzlichen Gewichts der Zusatzpanzerung nicht mehr schwimmfähig.

Der Patria 6×6 leitet sich von einem dreiachsigen Radpanzer ab, den ursprünglich die finnische Firma Sisu produzierte. Dieses Fahrzeug wurde auch Patria XA genannt. Der neue Patria 6X6 weist den Angaben von Patria zufolge gegenüber seinem Vorgänger eine verbesserte Einzelradaufhängung, einen leistungsstärkeren Motor mit 294 kW sowie Verbesserungen des elektrischen Systems auf. Das deutsche Unternehmen ZF liefert laut Patria das Getriebe.

Das Fahrzeug wurde als Plattform für ein Programm zur Zusammenarbeit mehrerer europäischer Länder im Rahmen des Common Armoured Vehicle System (CAVS) ausgewählt, an dem Finnland, Lettland, Schweden und Deutschland beteiligt sind. Finnland hatte erst im Januar 2024 weitere 40 6×6-Fahrzeuge gekauft, womit sich die Gesamtzahl der finnischen Beschaffung auf 131 erhöhte. In Summe sind rund 700 CAVS-Radpanzer bei den CAVS-Nationen unter Vertrag. In Deutschland wird das Fahrzeug als möglicher Nachfolger des Fuchs-Transportpanzers gehandelt.

Waldemar Geiger