Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat in seiner heutigen Sitzung sechs sogenannten 25-Millionen-Euro-Vorhaben zur Beschaffung von Rüstungsgütern zugestimmt und dabei Haushaltsmittel in einer Gesamthöhe von fast 1,5 Milliarden Euro freigegeben. Dies bestätigen mit dem Sachverhalt vertraute Kreise gegenüber hartpunkt.
Die ursprünglich angesetzte Vorlage für die Beschaffung von Panzerabwehrlenkflugkörpern des Typs Spike ER 2 als Bewaffnung für den sogenannten Leichten Kampfhubschrauber wurde hingegen kurzfristig von der Tagesordnung genommen. Gut informierten Kreisen zufolge soll das Vorhaben bei einem späteren Sitzungstermin behandelt werden.
Mit fast 750 Millionen Euro entfällt rund die Hälfte der heute freigegebenen Summe auf den Abruf von 16 weiteren hochmobilen, geschützten Sanitätseinrichtungen der Ebene „NATO Role 2B“ aus einem Ende 2025 geschlossenen Rahmenvertrag mit Rheinmetall. Die geschützten Sanitätseinrichtungen sind für den frontnahen Einsatz vorgesehen und sollen die lebensrettende notfallchirurgische und intensivmedizinische Versorgung, auch in unmittelbarer Nähe zu mechanisierten Kräften, sicherstellen.
Weitere mehr als 250 Millionen Euro wurden für die Ergänzungsbeschaffung einer als „PAYLOAD 1“ bezeichneten Bewaffnung für die German HERON TP freigegeben. Bei der Bewaffnung soll es sich um ein hochpräzises und skalierbares Wirkmittel für die Bekämpfung von Punktzielen handeln.
Daneben wurden etwa 60 Millionen Euro für die Beschaffung von tragbaren Troposcatter-Systemen gebilligt, die die Kommunikationssysteme des Vorhabens „Taktisches Wide Area Network Landbasierte Operationen“ (TaWAN LBO, kurz TaWAN) um eine satellitenunabhängige, weitreichende Kommunikationsmöglichkeit abseits direkter Sichtverbindungen erweitern sollen. Mehr dazu hier: Satellitenunabhängige Kommunikation: Tragbare Troposcatter-Systeme sollen TaWAN ergänzen
Zur Stärkung der infanteristischen Nachtkampffähigkeit wurden fast 200 Millionen Euro freigegeben. Damit sollen Restlichtverstärkervorsatzgeräte mittlerer Reichweite des Typs DAMON MR beschafft werden. Mehr dazu hier: DAMON MR – Bundeswehr darf rund 25.000 Restlichtverstärkervorsatzgeräte mittlerer Reichweite beschaffen
Die restliche Summe entfällt auf die Beschaffung von Leuchtspur-Übungspatronen im Kaliber 30 × 173 mm von Rheinmetall sowie auf den Austausch einzelner Radarkomponenten zur Kampfwertsteigerung des Eurofighter-E-SCAN-Radars der Tranche 4 (Quadriga). Entwickelt und gebaut wird das Radar von Hensoldt und dem spanischen Unternehmen Indra. Im Juni 2025 hatte Hensoldt gemeldet, dass das Konsortium für das Eurofighter-Radar Mk1, bestehend aus Hensoldt und Indra, die Produktion der ersten Radargeräte mit den fortschrittlichen Subsystemen für den Prozessor und die Antennenstromversorgung und -steuerung (Antenna Power Supply and Control, APSC) abgeschlossen habe. Wie das deutsche Sensorhaus damals schrieb, würden die ersten Radarmodelle für umfangreiche Qualifizierungs- und Flugtests eingesetzt. Der Mk1 Step 1 solle seine Leistungsfähigkeit bei Flugtests an Bord des deutschen Testflugzeugs ATRA unter Beweis stellen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums liefern diese Radarkomponenten „eine deutlich verbesserte Rechenleistung, die zusammen mit der Antenne und dem Multikanalempfänger zukünftig die Radarleistung in allen Bereichen deutlich erhöht“.
Waldemar Geiger















