Mit dem Spähfahrzeug Next Generation, auch bekannt unter dem Projektnamen Korsak, beabsichtigt die Bundeswehr, einen Teil der derzeit von den Heeresaufklärungstruppen genutzten Spähwagen leicht 4-Rad Fennek durch einen durchsetzungsfähigen Radspähpanzer abzulösen, der höchste Mobilität mit modernster Aufklärungs- und Kommunikationstechnik in einem System vereint.
Wie hartpunkt bereits in Vergangenheit berichtet hat, soll das zukünftige Spähfahrzeug auf Basis einer 6×6-Piranha-Radplattform des europäischen Rüstungskonzerns General Dynamics European Land Systems (GDELS) realisiert werden. Gut informierte Kreise gehen davon aus, dass die 25-Mio-Vorlage für die Billigung des Beschaffungsvorhabens in den nächsten Wochen im Bundestag beraten werden wird.
Im Vorfeld der am 3. und 4. September 2025 in Koblenz stattfindenden RüNET 2025 hat der Hersteller des Fahrzeuges nun einen „bildlichen“ Einblick in das zukünftige „Streitross“ der Heeresaufklärungstruppe gewährt.
Auf der gezeigten Grafik sind mehrere Merkmale des zukünftigen Hauptmobilitäts- und Funktionsträgers der fahrzeuggebundenen Spähaufklärung der „Bundeswehr-Kavalleristen“ erkennbar. So sind beispielsweise die für den Schwimmbetrieb notwendigen Propeller am Fahrzeugheck sowie das Schwallschild am Bug deutlich sichtbar. Diese verleihen dem Fahrzeug die Fähigkeit stehende und fließende Gewässer zu überqueren, um so auch eine breitere Auswahl an „Anmarschwegen“ ins Aufklärungsziel wählen zu können. Erkennbar ist zudem der Sensormast an der rechten Seite des Fahrzeughecks, welcher dem Vernehmen nach über eine stabilisierte Sensorik verfügen soll und so auch während der Fahrt genutzt werden kann. Auf der linken Seite des Fahrzeughecks befindet sich ein weiterer Mast der dem Anschein nach einen ESM-Sensor beinhaltet.
Auch wenn „Feldstecher“ und „Funkgerät“ die eigentlichen „Hauptwaffensysteme“ des Aufklärungssoldaten darstellen, wird das Spähfahrzeug Next Generation über eine stabilisierte Waffenanlage im von der Bundeswehr vorgegebenen Kaliber 25 x 137 mm verfügen. Genutzt wird gut informierten Kreisen zufolge die Rheinmetall-Maschinenkanone vom Typ KBA, welche in einem unbemannten Turm des slowenischen Turmspezialisten Valhalla Turrets verbaut ist. Während bereits seit geraumer Zeit Bilder des Turmes sowie des Piranha 6×6 einzeln im Netz kursieren, zeigt die von GDESL nun zur Verfügung gestellte Grafik erstmals die Kombination aus Plattform und Bewaffnung.
Erkennbar ist zudem ein 360-Grad-Sichtsystem sowie unterschiedliche Antennen, die darauf hindeuten, dass das Fahrzeug sowohl über die Fähigkeit der Satellitenkommunikation sowie der weitreichenden Kommunikation mittels Kurzwelle verfügt. Auch Antennen für den taktischen UHF-/VHF-Funk sind erkennbar.
Waldemar Geiger


















