Roadmap für Bundeswehrbrigade unterzeichnet

Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius und sein Amtskollege Arvydas Anušauskas aus Litauen haben heute in Vilnius die sogenannte Roadmap als Grundlage für die Stationierung einer schweren Bundeswehr-Brigade in Litauen unterzeichnet, wie aus einer Mitteilung des BMVg hervorgeht.

Die Brigade Litauen wird den Angaben zufolge aus ungefähr 4.800 Soldatinnen und Soldaten bestehen. Hinzu kommen etwa 200 zivile Mitarbeitende der Bundeswehr. Sie werden in Rūdninkai und in Rukla und damit in der Nähe der beiden Großstädte Vilnius und Kaunas stationiert, wie das BMVg schreibt.

Noch in diesem Jahr solle der Erlass zur Stationierung gezeichnet werden. Im zweiten Quartal 2024 werde ein Vorkommando für die Aufstellung der Brigade in Litauen die Arbeit aufnehmen, welches bis Ende 2024 zu einem Aufstellungsstab aufwachsen soll. In 2025 soll die Brigade Litauen nach gegenwärtiger Planung offiziell in Dienst gestellt werden. Anschließend sollen erste Ausbildungs- und Übungsaktivitäten starten.

Ihre volle Einsatzfähigkeit soll die Brigade Litauen bis Ende 2027 erreichen. Sie ist als schwere Kampfbrigade ausgelegt und soll künftig von der Division 2025 des Heeres geführt werden. Die Brigade umfasst drei Kampftruppenverbände: das Panzergrenadierbataillon 122 aus dem bayerischen Oberviechtach, das Panzerbataillon 203 aus Augustdorf in Nordrhein-Westfalen und ein multinationales Bataillon als Fortsetzung der eFPenhanced Forward Presence-Battlegroup. Hinzu kommen Verbände und Einheiten der Kampf-, Führungs- und Einsatzunterstützung. Auch die Bundeswehrverwaltung bekommt eine eigene Auslandsdienststelle.

Die militärische und zivile Infrastruktur für die Brigade Litauen wird dem Ministerium zufolge von Litauen bereitgestellt: Teils werde neu gebaut, teils modernisiert. In Abhängigkeit von den Baufortschritten soll die Brigade dann nach und nach weiter aufwachsen. Wohnungen für mitziehende Familienangehörige sowie Einrichtungen für die Kinderbetreuung und die schulische Versorgung werden in Kaunas und Vilnius geplant.

Erst Ende Juni 2023 hatte Verteidigungsminister Pistorius die Stationierung der Brigade angekündigt. Laut Ministerium geht es dabei um die Abschreckung Russlands und den Schutz des NATO-Bündnisgebietes: Deutschland setze mit der dauerhaften Stationierung einer Brigade der Bundeswehr in Litauen ein deutliches Zeichen der Solidarität mit den NATO-Bündnispartnern. Nie zuvor habe die Bundeswehr so viele Soldatinnen und Soldaten und zivile Angehörige der Bundeswehr auf Dauer im Ausland stationiert.
lah/12/18.12.2023