Pionierpanzer 3 Kodiak – Status Update zum Vorhaben „Gepanzerte Pioniermaschine“

Waldemar Geiger

Anzeige

Im November 2019 ausgeschrieben, hat sich das Vorhaben „Gepanzerte Pioniermaschine“, mit dem 44 Nachfolgesysteme als Ersatz für einen Teil der Pionierpanzer Dachs beschafft werden sollen, bereits mehrfach verzögert. Nach langem Warten könnten nun womöglich im Sommer die zwei Nachweismuster des modernisierten Pionierpanzers Kodiak von Rheinmetall an die Bundeswehr übergeben werden. Dies bestätigen sowohl das Verteidigungsministerium (BMVg) als auch der Hersteller Rheinmetall auf Nachfrage von hartpunkt.

Nachdem es noch im September 2025 auf eine Frage des Abgeordneten Niklas Wagener (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) von Seiten des BMVg hieß, dass die Auslieferung der Nachweismusters für den Frühjahr 2026 geplant sei, geht das BMVg nun vom 2. Halbjahr 2026 aus. „Die Übergabe der zwei Nachweismuster ist für das zweite Halbjahr 2026 geplant“, erklärte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums. „Die erneute Anpassung des Zeitplanes hat ihre Ursache in noch nicht hinreichend erbrachten Leistungen des Auftragnehmers“, so die Sprecherin weiter.

Anzeige

Der Hersteller geht nach Aussage eines Rheinmetall-Sprechers davon aus, dass die ersten beiden Nachweismuster „noch im Sommer 2026“ und „möglichst vor Beginn der Urlaubsphase“ an die Wehrtechnische Dienststelle 41 übergeben werden können. „Die beiden Fahrzeuge starten mit einer Erprobung der Mobilität und der Pionierfähigkeiten. Weiterer wichtiger Meilenstein für diese Fahrzeuge ist die taktischen Einsatzprüfung. Somit ist weiterhin eine vollständige Durchführung sowie der planmäßige Abschluss der integrierten Nachweisführung sichergestellt. Die Auslieferung der Serienfahrzeuge soll wie vertraglich vereinbart erfolgen“, so ein Rheinmetall-Sprecher gegenüber hartpunkt. 

Anzeige

Bildet man eine Schnittmenge zwischen der Rheinmetall-Aussage Sommer und der BMVg-Aussage 2. Halbjahr müsste es sich also um einen Übergabetermin im Juli bzw. August 2026 handeln.

Historie der Beschaffung

Die Veröffentlichung des Teilnahmewettbewerbes zur Beschaffung von 44 Gepanzerten Pioniermaschinen durch das Bundeswehr-Beschaffungsamt BAAINBw erfolgte am 25. November 2019. Für die Realisierung des Vorhabens wurden von der Bundeswehr 44 Leopard 2 A4-Fahrgestelle bereitgestellt. Der ursprüngliche Zeitplan sah vor, dass es Ende 2020 zu einem Vertragsschluss kommen und die Nachweismuster 2023 übergeben werden sollten, um die integrierte Nachweisführung mit der sogenannten Genehmigung zur Nutzung bis 2025 abzuschließen. Der Zulauf der ersten Systeme in die Truppe war für 2026 vorgesehen.

Neben Rheinmetall mit einer modernisierten Variante des Pionierpanzers Kodiak, hatte sich auch die FFG Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft mbH (FFG) mit dem WiSENT 2 in der Variante Bergepanzer an der Ausschreibung beteiligt.

Schlussendlich durchsetzen konnte sich Rheinmetall mit dem Kodiak, so dass es im Mai 2021 zum Vertragsschluss zwischen dem BAAINBw und dem Rüstungskonzern kam. Wie es in einer damaligen Mitteilung des BAAINBw hieß, wurde ein Vertrag mit der Firma Rheinmetall Landsysteme GmbH über die Herstellung und Lieferung von insgesamt 44 Pionierpanzern im Wert von rund 295 Millionen Euro geschlossen, hartpunkt berichtete. Daneben wurden mit Vertragsschluss weitere, für die Nutzung erforderliche Zusatzleistungen wie Ausbildungslehrgänge und -mittel, Ersatzteilerstbedarf und Sonderwerkzeuge vereinbart, wie aus der Meldung hervorgeht. Die Pionierpanzer sollen demnach bis 2029 ausgeliefert werden. Die Übergabe der ersten zwei Nachweismuster des Kodiaks war für 2023 beziehungsweise 2024 vorgesehen. Der Zulauf der ersten Seriensysteme zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung war Fachmedienberichten vom Mai 2021 zufolge für 2026 geplant. In dem Jahr sollten insgesamt fünf Pionierpanzer 3 Kodiak an die Bundeswehr übergeben werden. Für 2027 war die Übergabe von 14 Systemen geplant, für 2028 waren es 17 und in 2029 sollten die letzten sechs Pionierpanzer der Truppe zulaufen.

Der aufgezeigte Zeitplan macht deutlich, dass sich das Vorhaben aktuell um rund drei Jahre verzögert. Ob zumindest ein Teil der Verzögerung im Rahmen der Serienauslieferung wieder eingeholt werden kann, ist aktuell nicht bekannt. Bis dahin muss das System erst noch die integrierte Nachweisführung erfolgreich abschließen.

Waldemar Geiger