Vorexon: Destinus präsentiert Konzept für Effektor zur Abwehr von Artillerieraketen

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Das Verteidigungsunternehmen Destinus mit Hauptsitz in den Niederlanden hat auf der Farnborough International Airshow ein Konzept für einen bodengestützten Raketen-Abfangflugkörper mit dem Namen Vorexon vorgestellt, der für den selektiven Schutz kritischer militärischer und infrastruktureller Anlagen vor Artillerieraketen und bestimmten Artilleriegeschossen konzipiert ist.

Das Konzept fülle eine Lücke, die in der integrierten europäischen Luftabwehr bislang weitgehend fehle: die schnelle Identifizierung anfliegender Geschosse, die voraussichtlich ein verteidigtes Gebiet treffen werden, und die Bekämpfung nur jener, die vorrangige Ziele bedrohen. Vorexon sei für den Einsatz rund um Kommandoposten, Luftverteidigungsradare und -batterien, Munitionsdepots, Brücken, Logistikzentren und andere hochwertige Standorte konzipiert. Der Effektor solle bestehende Flug- und Raketenabwehrsysteme ergänzen, nicht ersetzen, schreibt Destinus.

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Wie es in der Mitteilung weiter heißt, werde kostengünstige Artillerieraketen in großen Stückzahlen produziert, sodass ihre Bekämpfung mit hochpreisigen Abfangraketen das Kostenverhältnis zugunsten des Angreifers verschiebe und auf Dauer nicht tragbar sei. Die operative Anforderung lautet deshalb laut Destinus selektive Punkverteidigung: Berechnung der voraussichtlichen Einschlagpunkte und Bekämpfung nur jener Teilmenge von Geschossen, die ein geschütztes Gebiet bedroht. Vorexon wird den Angaben zufolge dafür konzipiert – nicht als Schutzschild für eine gesamte Front.

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Vorexon soll als Effektor innerhalb eines integrierten Sensor- und Feuerleitsystems fungieren. Externe Radarsysteme würden anfliegende Geschosse erkennen und verfolgen, voraussichtliche Einschlagpunkte berechnen und diejenigen priorisieren, die das verteidigte Gebiet bedrohen. Nach dem Start würde der Effektor nach den Vorstellungen von Destinus Aktualisierungen während des Fluges erhalten, bevor ein geplanter aktiver Radarsucher die Endphasen-Zielsuche übernimmt, wobei die Entscheidungen über den Einsatz weiterhin unter der Kontrolle des Bedieners bleiben. Da die Vorwarnzeiten nur wenige Sekunden betragen können, seien Sensorabdeckung, Verfolgungsqualität und Einsatzgeometrie ebenso wichtig wie die Geschwindigkeit des Effektors.

Das aktuelle Konzept zielt auf eine Höchstgeschwindigkeit von über Mach 2 und eine maximale Einsatzreichweite von über 20 Kilometern ab. Der effektive Einsatzbereich hängt vom Projektiltyp, der Flugbahn, der Qualität der Sensorverfolgung und der Geometrie des Einsatzes ab.

Der Abfangflugkörper ist für mobile oder fest installierte Mehrfachraketenwerfer vorgesehen und ermöglicht laut Hersteller eine hohe Dichte an einsatzbereiten Geschossen sowie einen verteilten Schutz um kritische Anlagen. Ein zentrales Konstruktionsziel bestehe darin, die gegen Artillerieraketen erforderliche Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit mit Stückkosten und einer Produktionsrate zu kombinieren, die das Kosten-Nutzen-Verhältnis für den Verteidiger günstig halten. Die gleiche Architektur könnte auch eine sekundäre Fähigkeit gegen ausgewählte Unterschallbedrohungen bieten, darunter Marschflugkörper und Gleitbomben, während sie gleichzeitig für die Punktabwehr gegen Artillerieraketen und bestimmte Geschosse optimiert bleibt. Vorexon befindet sich laut Mitteilung noch in der Konzeptphase. Destinus strebt einen wichtigen Entwicklungsmeilenstein im Jahr 2027 an.
lah