Der Lenkflugkörperspezialist MBDA Deutschland zeigt auf der diesjährigen ILA in Berlin erstmals eine aus mehreren Drohnenabwehrflugkörpern und einem Hochenergielasersystem bestehende Drohnenabwehrlösung, die unterschiedliche Abfangbereiche abdeckt.
Die Drohnenabwehrlösung begegnet MBDA zufolge der rasch wachsenden Herausforderung kleiner, schneller und kostengünstiger unbemannter Luftfahrzeuge, indem sie den Lenkflugkörper DefendAir mit einem Hochenergielaser-Effektor kombiniert und so unterschiedliche Abfangbereiche abdeckt. MBDA gibt die neue Lösung als eines der Ergebnisse jahrzehntelanger Investitionen des Unternehmens in die Entwicklung wirksamer Laserwaffen an, insbesondere gegen kostengünstige Bedrohungen wie Drohnen.
Der Vorteil von Laserwaffen liegt in der schnellen, präzisen sowie kostengünstigen Bekämpfung von Zielen. Da keine Munition gelagert oder transportiert werden muss, können die Einsatz- und Logistikkosten gegenüber kinetisch wirkenden Waffensystemen deutlich reduziert werden. Laserwaffensysteme – bis auf einzelne Ausnahmen – befinden sich derzeit jedoch noch in der Entwicklungsphase. Fachkreise gehen jedoch davon aus, dass Laser sich für die Abwehr von Drohnen auf kurze Distanzen von ein bis zwei Kilometern besonders gut eignen werden. In diesem Wirkradius dürfte der Bekämpfungsvorgang pro Drohne zwei bis drei Sekunden dauern, so dass auch mehrere Systeme nacheinander bekämpft werden können.
Mit den zusätzlichen Drohnenabwehrflugkörpern DefendAir verfügt die Lösung zudem über ein Wirkmittel, welches eine Reichweite von bis zu 5 km aufweist. In der gezeigten Konfiguration würde das System 24 DefendAir-Flugkörper mitführen können.
Der Flugkörper selbst soll im Rahmen eines Entwicklungs- und Beschaffungsvertrags für die Bundeswehr produziert werden. Die Bundeswehr hat den DefendAir als Sekundärbewaffnung für den Flugabwehrkanonenpanzer Skyranger 30 ausgewählt. MBDA zufolge sind in den kommenden Jahren hierfür umfangreiche Produktionsaktivitäten geplant. Dem Vernehmen nach wird die Serienproduktion für 2029 anvisiert. Dieser Zeitrahmen würde auch mit der Verfügbarkeit, der von MBDA in Berlin vorgestellten Drohnenabwehrlösung korrespondieren.
„Die komplementäre Kombination aus DefendAir-Anti-Drohnen-Lenkflugkörper und Hochenergielaser-Technologie kann Streitkräften eine hochwirksame, mehrschichtige Verteidigung gegen unbemannte Luftfahrzeuge (UAVs) bieten, mit dem Ziel, noch vor Ende dieses Jahrzehnts eine erste Einsatzbereitschaft zu erreichen“, heißt es in einer gestern verschickten Mitteilung von MBDA.
Waldemar Geiger


















