Dänemark beschafft weitere Iris-T SLM Feuereinheiten

Waldemar Geiger

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Die dänischen Streitkräfte haben sich für die Beschaffung weiterer Luftverteidigungssysteme vom Typ Iris-T SLM des deutschen Herstellers Diehl Defence als permanente Lösung für die bodengebundene Luftverteidigung mittlerer Reichweite entschieden. Wie aus einer heutigen Mitteilung der dänischen Rüstungsbeschaffungs- und Logistikorganisation (DALO) hervorgeht, hat diese einen entsprechenden Beschaffungsvertrag unterzeichnet. Im Rahmen der von Deutschland initiierten European Sky Shield Initiative (ESSI) wird eine nicht näher spezifizierte Anzahl von Iris-T-SLM-Feuereinheiten gekauft.

Dänemark hat bereits im Sommer eine Iris-T-SLM-Feuerbereit als eine von drei Systemen einer Interimslösung beschafft. Die dänischen Streitkräfte haben sich im Rahmen einer Interimslösung für die bodengebundene Luftverteidigung für den parallelen Kauf bzw. das Leasing von drei unterschiedlichen Luftverteidigungssystemen mittlerer Reichweite entschieden. Neben Iris-T SLM von Diehl Defence wurde auch eine Feuereinheit des MBDA France Systems VL MICA im Wert von 390 Millionen Euro gekauft. Zudem wurde eine Feuereinheit des us-norwegischen Luftverteidigungssystems NASAMS von Kongsberg geleast. Dänemark hat sich für diesen Weg entschieden, damit alle drei Systeme ab 2026 der Truppe zur Verfügung stehen können. Parallel soll die dänische Organisation für Beschaffung und Logistik im Verteidigungsbereich (DALO) den Beschaffungsprozess für eine permanente Lösung durchführen, einschließlich einer Bewertung, ob eines der Interims-GBAD-Elemente beibehalten werden sollte. Diese Bewertung ist nun offensichtlich abgeschlossen worden.

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Der Hersteller Diehl Defence schreibt in einer heutigen Mitteilung, dass der Vertrag bereits am 4. Dezember gezeichnet wurde. Dabei kam für den nun erfolgten Kauf wiederum ein ESSI-Standardvertrag zum Einsatz, der einen beschleunigten und unbürokratischen Prozess in der Beschaffung ermöglicht. Die gemeinsame Beschaffung verbessert demnach nicht nur die Interoperabilität, die höheren Stückzahlen senken zudem die Beschaffungskosten sowie die Betriebskosten, da Wartung und Logistik gemeinsam erfolgt.

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Das System Iris-T SLM ist laut Hersteller auf die Abwehr von Bedrohungen durch gegnerische Flugzeuge, Hubschrauber, Marschflugkörper und Drohnen auf eine Distanz von bis zu 40 km und einer Höhe von 20 km ausgelegt. Eine Feuereinheit Iris-T SLM besteht aus den Komponenten Startgerät, Radar und Gefechtsstand. Üblicherweise wird ein System mit drei Startgeräten, die jeweils bis zu acht SLM-Flugkörper tragen können, genutzt. Es wird durch Unterstützungselemente wie Werkstatt-, Ersatzteil- und Nachladefahrzeuge ergänzt. Das System zeichnet sich Diehl Defence zufolge durch eine echte 360-Grad-Abdeckung, hohe taktische Mobilität, Dislozierbarkeit der Startgeräte und Mehrfachzielbekämpfung bei geringem Personalaufwand aus. Zudem wird seitens des Herstellers auf Kundenaussagen verwiesen, wonach das System eine sehr hohe Trefferquote, sogar in Angriffswellen mit über 15 Zielen, aufweist.

Das Luftverteidigungssystem hat sich im Ukrainekrieg als besonders treffsicher bei der Abwehr von Langstrecken-Angriffsdrohnen und Marschflugkörper bewährt, selbst die Abwehr ballistischer Bedrohungen soll vereinzelt erfolgt sein. Neben der Ukraine ist das Luftverteidigungssystem auch in Ägypten im Einsatz. Weiterhin haben sich Deutschland, Estland, Lettland, Slowenien, Schweden und die Schweiz für die Beschaffung von Iris-T SLM entschieden. Zudem gibt es Signale aus Bulgarien, Litauen und Österreich, die auf eine Beschaffungsabsicht hindeuten.

Waldemar Geiger