Dänemark beschafft vier MQ-9B SkyGuardian-Aufklärungsdrohnen

Thomas Lauge Nielsen

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Wie bereits im Januar 2024 berichtet, haben die dänischen Streitkräfte seit einiger Zeit auf die Beschaffung von Langstrecken- Aufklärungsdrohnen hingearbeitet, und das Ergebnis liegt nun vor. Die dänische Rüstungsbeschaffungsorganisation DALO hat einen Auftrag über vier Systeme der MQ-9B SkyGuardian vergeben, die von General Atomics Aeronautical Systems (GA-ASI) in den USA hergestellt werden. Dies gab die DALO heute in einer Pressemitteilung bekannt.

Die Auftragsvergabe erfolgte im Rahmen der „MQ-9B International Cooperation Support Partnership“, die von der NATO Support and Procurement Agency (NSPA) verwaltet wird. Diese Partnerschaft wurde 2024 ins Leben gerufen und hat derzeit fünf Mitgliedsstaaten – Belgien, Kanada, Dänemark, Deutschland und das Vereinigte Königreich. Ziel der Partnerschaft ist es, den Nutzern des SkyGuardian gemeinsame Unterstützung während des gesamten Lebenszyklus zu bieten, einschließlich Beschaffung, logistische Unterstützung und Lufttüchtigkeitsdienste. „Die gemeinsame Nutzung“ dieser Dienstleistungen durch mehrere Nationen kann nicht nur dazu beitragen, die Kosten für jede Nation niedrig zu halten, sondern die NSPA-Partnerschaft bietet auch ein Forum für die Zusammenarbeit und den Austausch von Informationen und Erfahrungen. Davon dürfte insbesondere Dänemark profitieren, da die neuen Drohnen für die dänischen Streitkräfte etwas völlig Neues darstellen.

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Die dänischen SkyGuardians werden eine zentrale Rolle bei der Aufklärung und Überwachung sowie der Aufrechterhaltung der dänischen Souveränität in der Arktis, im Nordatlantik und in der Ostsee spielen – etwas, das angesichts der in den letzten Jahren veränderten Sicherheitslage in Europa und in der Welt immer wichtiger geworden ist. Zusätzlich zu ihren militärischen Aufgaben werden die Drohnen auch Such- und Rettungseinsätze sowie die Umweltüberwachung unterstützen.

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„Mit der Beschaffung von vier Langstreckendrohnen, die unter anderem für die verstärkte Überwachung der Arktis und des Nordatlantiks eingesetzt werden sollen, erhöhen wir die Sicherheit Dänemarks und Europas. Gleichzeitig steht die Erhöhung unseres Beitrags zur NATO im Vordergrund“, erklärte der dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen.

Neben den Drohnen selbst umfasst der Vertrag auch die Lieferung von drei Bodenkontrollstationen, Unterstützungsausrüstung, Wartung und Schulung. Der Gesamtauftragswert wurde nicht bekannt gegeben, aber der ursprünglich geplante Wert der Beschaffung lag bei rund 370 Millionen Euro.

Die vier Drohnen sollen zwischen 2028 und 2029 ausgeliefert werden. Danach müssen sie ein formelles Zertifizierungsverfahren durchlaufen, damit sie sowohl im nationalen als auch im internationalen zivilen Luftraum eingesetzt werden können. Zunächst wird das dänische Personal in den USA geschult, bevor die Drohnen für den Einsatz in Dänemark freigegeben werden.

Die MQ-9B SkyGuardian wird von einem Turboprop-Triebwerk angetrieben, hat eine Flügelspannweite von 24 m, eine Länge von ca. 12 m und eine Flugdauer von 40 Stunden in einer Höhe von 15.000 m. Sie kann über eine Satellitenverbindung gesteuert werden, was Einsätze hinter dem Horizont ohne direkte Sichtverbindung zur Kontrollstation ermöglicht. Die Drohne ist mit einem Multimode-Radar, fortschrittlichen elektrooptischen und Infrarotsensoren sowie einer automatischen Start- und Landefunktion ausgestattet. Die offene Architektur der Drohne ermöglicht es, in Zukunft bei Bedarf weitere Systeme und Nutzlasten zu integrieren.

Die SkyGuardian ist eine sogenannte Medium Altitude Long Endurance Drohne, die aus der MQ-9 Reaper entwickelt wurde, um die internationale Nachfrage nach einer Drohne zu befriedigen, die für den Betrieb im zivilen Luftraum zertifiziert werden kann. Insbesondere wurde die SkyGuardian entwickelt, um die Einhaltung der europäischen Flugvorschriften zu gewährleisten. Als solche erfüllt die SkyGuardian die Anforderungen der NATO-Norm STANAG 4671 „UAV System Airworthiness Requirements“. Die Norm deckt alle Aspekte von unbemannten militärischen Starrflüglern mit einem Gewicht von 150 kg bis 20.000 kg ab, einschließlich Kommunikationsverbindungen, Bodenhandhabungseigenschaften, Anforderungen an externe Positionslichter, Strategien für den Verlust von Kommando- und Kontrolldatenverbindungen und Fähigkeiten zur Notfallwiederherstellung. Mit der STANAG-Norm soll eine Grundlage geschaffen werden, die es den Drohnen, die der STANAG-Norm entsprechen, ermöglicht, ein rationalisiertes Zertifizierungsverfahren zu durchlaufen.

Thomas Lauge Nielsen