D-LBO-Einsatzprüfung geht in die finale Phase

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Die Einsatzprüfung für das Kommunikationssystem „Digitalisierung landbasierter Operationen“ (D-LBO) geht nach fünf Wochen in die finale Phase. Ab heute wird D-LBO basic im Laufe dieser Woche auch unter Gefechtsbedingungen im scharfen Schuss mit dem Kampfpanzer Leopard sowie den Schützenpanzern Puma und Marder getestet.

Die Aussichten, dass die vom Heer festgelegten Kriterien für die Akzeptanz des neuen Systems erfüllt werden, scheinen gut zu sein. Heeresinspekteur Generalleutnant Christian Freuding geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die Anforderungen erfüllt werden. Eine Herausforderung stellt offenbar die Nutzung des Schützenpanzers Marder dar, der im sogenannten Mischbetrieb an D-LBO angebunden wird.

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Wie Freuding heute bei einem Medienbriefing in Berlin zusammen mit Verteidigungsminister Boris Pistorius, Staatssekretär Jens Plötner, Generalinspekteur Carsten Breuer und Industrievertretern ausführte, ist die Panzergrenadierbrigade 37, die ab dem kommenden Jahr NATO-Aufgaben übernehmen wird, bereits zu großen Teilen umgerüstet. Sollte man nach Abschluss der Prüfung zu dem Schluss kommen, dass die Brigade digital führungsfähig sei, werde man weiter hart daran arbeiten müssen, die Leistungsfähigkeit, Stabilität und Einbindung weiterer Kommunikationsmittel kontinuierlich zu steigern, sagte Freuding.

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Nach Aussage von Staatssekretär Plötner, der heute einen Zug Leopard 2 beim Schießen in Munster begleitet hat, funktioniert D-LBO als System bereits. Das gelte für das Zusammenspiel aus Battle Management System, Tactical Core – der das Alleinstellungsmerkmal von D-LBO sei – und Funkgerät. „Es war ein schwieriger Weg, es war ein längerer Weg. Aber heute können wir sagen, diese drei Elemente spielen zusammen“, sagte Plötner. Unter anderem habe der zuständige Kompanieführer erklärt, dass er damit deutlich besser funken könne als früher in der analogen Welt.

„Die Herausforderungen, mit denen wir jetzt konfrontiert sind, haben weniger was mit D-LBO als System zu tun, sondern die haben damit zu tun, dass wir ein System des 21. Jahrhunderts einrüsten in eine Bestandsflotte, die zum Teil tief in das letzte Jahrhundert hineinreicht“, sagte Plötner. Als Beispiel nannte er den Schützenpanzer Marder, der Anfang der 1970er-Jahre eingeführt wurde.

Mit dem Ende der Einsatzprüfung werde das kontinuierliche Prüfen, Testen und Verbessern nicht abgeschlossen sein. „Das wird ein kontinuierlicher Prozess sein, der uns weit in die nächsten Jahre hineintragen wird“, so der Staatssekretär. Er setze auf die weitere enge Zusammenarbeit aller Beteiligten wie im vergangenen Dreivierteljahr und kündigte die Einrichtung eines D-LBO-Unterstützungszentrums an.

Nach Aussage von Verteidigungsminister Pistorius ist die Musterintegration in die verschiedenen Fahrzeugtypen entweder bereits abgeschlossen oder liegt noch im Zeitplan. Das sei eine gute und wichtige Nachricht. „Auch bei der Serienintegration gibt es deutliche Fortschritte, allerdings noch nicht so viele Fahrzeuge umgerüstet wie ursprünglich verabredet.“ Der Aufholplan laufe. Pistorius betonte, dass mehr als 10.000 Plattformen umgerüstet werden müssten – und das in der Hälfte der Zeit, die man sich normalerweise für ein solches Mammutprojekt nehmen würde.

Der Minister wies darauf hin, dass die Teams bei der Integration und den anschließenden technischen Prüfungen immer wieder auf Stolpersteine gestoßen seien. So habe ein Helm mit dem Sprechsatz Probleme mit der Schnittstelle zur digitalen Technik gehabt, die eingebaut werde. Deshalb hätten neue Helme beschafft werden müssen. „Und jetzt stellt sich heraus: Es funktioniert.“ In einem anderen Fall habe ein Relais für ein bestimmtes Fahrzeug gefehlt, das jedoch nicht geliefert werden konnte. Deshalb hätten Fahrzeuge nicht integriert werden können. Dies sei weder die Schuld der Industrie noch der Bundeswehr. Ein weiteres Mal habe es laut Pistorius Probleme mit den Antennenfüßen des Marders gegeben, die eine zuverlässige Verbindung erschwert hätten. „Das sind aber alles Dinge, die Sie vorher nicht antizipieren können, sondern auf die sie dann im Prozess reagieren müssen“, so der Minister.

Nach Angaben der Industrie wurde die Umrüstung mittlerweile an acht verschiedenen Standorten gestartet. Zudem würden zehn weitere Werke dafür genutzt. Insgesamt seien bereits mehr als 2.000 Fahrzeuge umgerüstet worden.
lah