Collaborative Combat Aircraft: Airbus erwartet in Kürze Zulauf der XQ-58A Valkyrie

Lars Hoffmann

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Der Rüstungskonzern Airbus Defence and Space steht bei der Entwicklung eines unbemannten Kampfflugzeugs, auch als Collaborative Combat Aircraft (CCA) bezeichnet, mit der anstehenden Lieferung von zwei Erprobungsmustern eines solchen Luftfahrzeugs offenbar vor einem wichtigen Meilenstein.

„In den nächsten Wochen werden wir von Kratos zwei XQ-58A Valkyrie erhalten, mit denen wir eine Flugtestkampagne im kommenden Jahr vorbereiten“, teilte ein Airbus-Sprecher auf Nachfrage von hartpunkt mit. „Gleichzeitig entwickeln wir unser Airbus-Missionssystem, das in die Kratos-Plattformen integriert wird und dafür sorgt, dass wir dem deutschen Kunden bis 2029 ein souveränes, einsatzbereites unbemanntes Collaborative Combat Aircraft zur Verfügung stellen können“, so der Sprecher weiter. Damit liefere Airbus genau das, was Deutschland und Europa in der aktuellen geopolitischen Lage dringend brauchen: eine bewährte fliegende Plattform mit einem souveränen europäischen Missionssystem, die nicht erst noch von Grund auf entwickelt werden müsse.

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Airbus hatte im Juli darüber informiert, dass das Unternehmen mit der US-amerikanischen Kratos Defense and Security Solutions eine Partnerschaft eingegangen war, um die XQ-58A Valkyrie mit einem Airbus-Missionssystem der Deutschen Luftwaffe bis 2029 zur Verfügung stellen zu können.

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Das Bundeswehr-Beschaffungsamt BAAINBw schreibt dem Vernehmen nach gegenwärtig an einem sogenannten FFF-Phasenpapier mit Lösungsvorschlag für eine „Jagdbomberdrohne“.  Beobachter sind gespannt, ob bei der anschließenden Auswahl nur ein oder gar mehrere Partner zum Zuge kommen werden. Offensichtlich ruft das Projekt großes Interesse in der Branche hervor.

Erst vorletzte Woche hatte Helsing, ein europäisches Unternehmen für Verteidigungstechnologie mit Schwerpunkt auf Künstliche Intelligenz, sein Konzept des neuen unbemannten Stealth-Bombers CA-1 Europa gezeigt, der im Tiefflug Ziele im feindlichen Hinterland bekämpfen soll. Das Ergebnis einer Konzeptstudie war in nur 14 Wochen beim neuen Helsing-Tochterunternehmen Grob entstanden. Der Erstflug ist für 2027 vorgesehen.

Überdies führt der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall nach eigenen Angaben mit den US-Unternehmen Anduril, Lockheed Martin und Boeing Gespräche über die Zusammenarbeit bei CCA. Lockheed Martin hatte vor wenigen Tagen sein Konzept eines Stealth-CCA mit dem Namen Vectis vorgestellt, das auch für Kunden außerhalb der USA entwickelt wird. Der Erstflug ist in den kommenden zwei Jahren vorgesehen. Von den drei genannten Unternehmen scheint Boeing mit der MQ-28, die seit einigen Jahren zusammen mit dem Commonwealth of Australia entwickelt wird, am weitesten fortgeschritten sein. So wurden in Australien bereits zahlreiche Testflüge zusammen mit anderen Flugzeugen absolviert. Wie es heißt, soll die MQ-28 noch im Dezember Luft-Luft-Flugkörper des Typs AMRAAM von externen Waffenstationen einsetzen, um die Bekämpfung von realen Zielen nachzuweisen. In einem nächsten Entwicklungsschritt soll das CCA auch zum Einsatz von Luft-Boden-Effektoren ertüchtigt werden.

Im Juli kündigte auch der US-Konzern General Atomics an, ein CCA auf Basis des Prototyps YFQ-42A der US-Luftwaffe nach Deutschland zu bringen. Mittlerweile hat das Unternehmen nach eigenen Angaben bereits mit der Flugerprobung begonnen.

Bei den nun von Airbus Defence und Space erwarteten CCA handelt es sich laut Hersteller Kratos um Flugzeuge mit einem maximalen Abfluggewicht von 3 Tonnen und Stealth-Eigenschaften. Der Prototyp des von einem Katapult gestarteten Flugzeugs sei in Lage, bis zu 3.000 Meilen in einer Höhe bis 45.000 Fuß zurückzulegen. Dem Vernehmen nach hat Kratos mit der XQ-58A Valkyrie bereits die Bekämpfung von Bodenzielen erprobt. Diese Luft-Boden-Rolle dürfte für die Luftwaffe bei der Beschaffung von CCA eine herausgehobene Bedeutung haben, insbesondere vor dem Hintergrund der Erfahrungen des Ukraine-Kriegs.

Lars Hoffmann