Im Rahmen des „Collaborative Combat Aircraft Program Increment 1“ (CCA) beabsichtigt die U.S. Air Force, unbemannte Kampfflugzeuge zu entwickeln und einzuführen, die zukünftig im Verbund mit den F-35 kämpfen können sollen. Zu diesem Zweck hat die US-Luftwaffe im vergangenen Jahr die beiden Unternehmen General Atomics Aeronautical Systems, Inc. (GA-ASI) und Anduril Industries ausgewählt, um solche CCA zu entwickeln, zu bauen und zu testen. GA-ASI tritt mit der Kampfdrohne YFQ-42A an, Anduril mit der YFQ-44A.
Wie es nun aussieht, konnte GA-ASI zumindest das Rennen um den Erstflug für sich entscheiden. Wie das Unternehmen gestern mitteilte, befindet sich die YFQ-42A seit Kurzem in der Flugerprobung, die derzeit in Zusammenarbeit mit der US-Luftwaffe durchgeführt wird. Diese historische Errungenschaft setzt die rasante Entwicklung neuer, von der US-Luftwaffe beauftragter, jetbetriebener, unbemannter Plattformen fort. Diese sind für die Luftüberlegenheit konzipiert und gleichzeitig für eine schnelle Produktion in großen Stückzahlen zu einem erschwinglichen Preis ausgelegt. Die Bodentests für die YFQ-42A begannen bereits im Mai 2025.
„Dank unserer Zusammenarbeit [mit der U.S. Air Force – AdR] konnten wir die YFQ-42A in nur etwas mehr als einem Jahr bauen und fliegen. Das ist eine unglaubliche Leistung, und ich gratuliere der Air Force zu ihrer Weitsicht sowie unserem Entwicklungsteam zu einer weiteren historischen Premiere für unser Unternehmen“, wird David R. Alexander, Präsident von GA-ASI, in der Mitteilung zitiert.
Die YFQ-42A ist der neueste unbemannte Jet von GA-ASI. Sie ist auf den halbautonomen Luft-Luft-Einsatz ausgerichtet und basiert auf dem Genus-Species-Konzept, das erstmals bei der XQ-67A Off-Board Sensing Station (OBSS) zum Einsatz kam. GA-ASI konnte eigenen Angaben zufolge durch den Einsatz modernster, modellbasierter digitaler Technik seinen Zeitplan beschleunigen und gleichzeitig die Luftüberlegenheit optimieren. Der Autonomie-Kern der YFQ-42 wurde in mehr als fünf Jahren Flugtests mit der strahlgetriebenen MQ-20 Avenger von GA-ASI trainiert – einem Luftfahrzeug, über das kein anderes Unternehmen verfügt. Die Fähigkeiten eines getarnten, auf Luft-Luft-Einsätze ausgerichteten unbemannten Jets in Kombination mit einem trainierten KI-Autonomie-Kern sollen den Streitkräften laut dem Drohnenhersteller einen entscheidenden Vorteil in zukünftigen Kampfhandlungen verschaffen.
Im Rahmen des GA-ASI-Programms wurde eine Produktionsumgebung mit hoher Ausbringungsrate aufgebaut, die es der U.S. Air Force ermöglichen soll, ihr Ziel der Produktion von mehr als 1.000 CCAs in einem beschleunigten Zeitplan zu erreichen.
Im April 2024 wählte die U.S. Air Force General Atomics für den Bau und Flug eines vollständig serienrepräsentativen Collaborative Combat Aircraft (CCA) aus. Im März 2025 vergab die US-Luftwaffe dem Flugzeug die Bezeichnung YFQ-42A: „Y” steht dabei für ein serienrepräsentatives Flugzeug (das „Y” wird bei Produktionsbeginn der Serie wegfallen), „F” für ein Kampfflugzeug und „Q” für ein unbemanntes Flugzeug.
Waldemar Geiger


















