Britische Streitkräfte führen ersten Luftlandeeinsatz zur Amtshilfe durch

Waldemar Geiger

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Die britischen Streitkräfte haben ihren ersten Luftlandeeinsatz im Rahmen einer Amtshilfe durchgeführt, um einen medizinischen Notfall auf einer im Südatlantik gelegenen britischen Insel zu bewältigen. Der Einsatz erfolgte, nachdem am Freitag die britische Gesundheitsbehörde (UKHSA) bei einem britischen Staatsangehörigen auf der abgelegenen Insel Tristan da Cunha einen Verdachtsfall auf eine Hantavirus-Infektion festgestellt hatte. Wie das britische Verteidigungsministerium in einer gestern veröffentlichten Mitteilung schreibt, haben sechs Fallschirmjäger des britischen Heeres im Tandem-Sprung zwei Ärzte, ebenfalls Angehörige der 16 Air Assault Brigade, auf die Insel Tristan da Cunha verbracht. Lebenswichtige Sauerstoffvorräte und andere medizinische Hilfsgüter wurden fast zeitgleich auf die abgelegene Insel abgeworfen.

Die im Südatlantik befindliche Insel Tristan da Cunha verfügt über keine Landebahnen und ist nur per Boot erreichbar. Um auf den medizinischen Notfall schnellstmöglich reagieren zu können, wurden sowohl die Angehörigen der 16 Air Assault Brigade als auch das medizinische Material mittels einer A400M der Royal Air Force (RAF) in den Südatlantik verbracht.

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Nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums haben die britischen Streitkräfte im Rahmen dieser Operation erstmals medizinisches Personal per Fallschirmsprung verlegt, um humanitäre Hilfe zu leisten. Der Einsatz dient dem Ministerium zufolge als Beleg dafür, wie Streitkräfte weltweit innerhalb kürzester Zeit für eine Vielzahl von Aufgaben eingesetzt werden können.

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Tristan da Cunha, eine Gruppe von Vulkaninseln im Südatlantik, ist das abgelegenste bewohnte Überseegebiet des Königreichs. Es ist dem britischen Verteidigungsministerium zufolge nur per Schiff erreichbar, verfügt über keinen Flugplatz und hat 221 Einwohner.

Wie es in der Mitteilung heißt, hatten die Sauerstoffvorräte auf der Insel einen kritischen Stand erreicht. Daher war der Luftlandeeinsatz mit medizinischem Personal die einzige Möglichkeit, dem Patienten rechtzeitig lebenswichtige Hilfe zukommen zu lassen. „Die Operation wird auch die Widerstandsfähigkeit des gesamten Gesundheitswesens auf der Insel sichern, indem sie das zweiköpfige medizinische Team von Tristan da Cunha unterstützt“, schreibt das Ministerium.

Zur Durchführung des Einsatzes flog das Team 6.788 km von der RAF-Basis Brize Norton zur Insel Ascension. Das Flugzeug flog anschließend weitere 3.000 km nach Tristan da Cunha, wo das Personal mit Fallschirmen auf der Insel landete. Sie wurden von einem RAF-Voyager-Flugzeug unterstützt, das den A400M in der Luft betankte.

„Die Wetterbedingungen auf Tristan da Cunha können außerordentlich schwierig sein, da die durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten oft 40 km/h überschreiten, was für die Fallschirmjäger schwierige Bedingungen darstellt“, heißt es in der Mitteilung.

„Dies war eine gemeinsame Aktion mit der Royal Air Force und unterstreicht die Schnelligkeit, Reichweite und Nützlichkeit von Fallschirmsprungeinsätzen“, wird Brigadegeneral Ed Cartwright, Kommandeur der 16 Air Assault Brigade, in der Mitteilung zitiert. „Die Ankunft von Fallschirmjägern, medizinischem Personal und medizinischen Hilfsgütern aus der Luft hat die Menschen auf Tristan da Cunha hoffentlich beruhigt“, so Cartwright weiter.

Waldemar Geiger