Das Unternehmen Nikon Advanced Manufacturing (Nikon AM) mit Hauptsitz in Kalifornien hat in der vergangenen Woche über einen Vertrag mit dem US-amerikanischen Department of War informiert. Er umfasst die Bereitstellung kundenspezifisch angepasster Anlagen für die additive Fertigung – umgangssprachlich auch als 3D-Druck bezeichnet – für die Produktion von Mittelsektionen des Tomahawk-Marschflugkörpers (Tomahawk Land Attack Missile) sowie vergleichbare Anwendungen.
Wie Nikon in einer Mitteilung weiter schreibt, beinhaltet der Kontrakt die Lieferung mehrerer speziell entwickelter Anlagen von Nikon SLM Solutions für die additive Fertigung mittels Laser-Pulverbettfusion (Laser Powder Bed Fusion, L-PBF) mit einer Bauhöhe von zwei Metern. Die Anlagen basieren demnach auf der großformatigen Plattform NXG-E von Nikon SLM Solutions. Das Programm werde im Nikon-AM-Technologiezentrum in Long Beach, Kalifornien, umgesetzt. Dort sollen die Anlagen zur Herstellung von Prototypen und zum Ausbau kritischer Produktionskapazitäten eingesetzt werden.
Hauptsitz der Nikon SLM Solutions AG ist Lübeck, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Das Unternehmen unterhält überdies Niederlassungen in Kanada, Frankreich, Indien, Italien, Singapur, Südkorea und den Vereinigten Staaten. Nach Informationen von hartpunkt wurde auch die Technologie für die Anlagen zur Fertigung der Tomahawk-Marschflugkörper in Deutschland entwickelt, da SLM Solutions auf eine lange Historie im Bereich 3D-Druck zurückblickt.
Die japanische Nikon Corporation hatte erst im Jahr 2022 die bis dahin unabhängige SLM Solutions Group AG aus Lübeck mit mehreren Hundert Mitarbeitern übernommen, um den Bereich additive Fertigung auszubauen. Die Herstellung der Maschinen für den Metalldruck findet in erster Linie in Schleswig-Holstein statt. Eine zweite Linie existiert in den USA. Die Einrichtung in Long Beach vereine das umfangreiche Lösungsportfolio von Nikon AM mit branchenführenden L-PBF-Anlagen sowie eigenen Kompetenzen und Einrichtungen in den Bereichen Engineering, Produktion, Labor und Qualifizierung, heißt es dazu in der Mitteilung.
Die Nikon SLM Solutions AG aus Lübeck ist den Angaben zufolge ein weltweit tätiger Anbieter integrierter Lösungen für die additive Metallfertigung. Seit ihrer Gründung gehöre das Unternehmen zu den Vorreitern der Branche, heißt es in der Mitteilung. Es biete die weltweit schnellsten Maschinen für die additive Metallfertigung. Diese verfügen laut Nikon über bis zu zwölf Laser und ermöglichen Bauraten von bis zu 1.000 cm³ pro Stunde. Wie aus Pressemitteilungen hervorgeht, zählen zahlreiche Kunden aus dem Luftfahrt- und Rüstungsbereich wie Lockheed Martin, Safran, Collins Aerospace oder Primary Weapons Systems zu den Kunden der Nikon SLM Solutions AG.
Lars Hoffmann













