Verdrängt F127 mit ihren hohen Kosten andere Rüstungsprojekte?

Waldemar Geiger

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Die mit der Beschaffung von acht Luftverteidigungsfregatten der Klasse 127 verbundenen Ausgaben im zweistelligen Milliardenbereich lösen mittlerweile bei den anderen Teilstreitkräften Bedenken aus, dass eigene Projekte geopfert werden könnten. In den Medien war immer wieder kolporiert worden, dass ein Schiff der neuen Klasse mit rund fünf Milliarden Euro zu Buche schlagen könnte. Eine Summe, die laut der maßgeblichen Bauwerft TKMS allerdings zu hoch gegriffen ist.

Die Diskussion um die Verdrängung anderer Projekte durch die F127 zeigt allerdings, dass trotz der Bereichsausnahme von der Schuldenbremse für die Verteidigung doch keine unbegrenzten finanziellen Mittel für alle im Aufwuchsplan der Bundeswehr vorgsehenen Beschaffungsvorhaben vorhanden sind. Planer, Rüster und Haushälter müssen jetzt dem Vernehmen nach Prioritäten festlegen und entscheiden, in welche Vorhaben und in welcher Höhe das zur Verfügung stehende Geld fließen soll.

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Im Fall der F127, die für die Ballistic Missile Defence vorgesehen sind und deshalb modernste US-Technik wie das Spy-6-Radar und das Führungs- und Waffeneinsatzsystem Aegis erhalten sollen, scheint die Gefahr eines Verdrängungseffektes für andere Vorhaben allerdings geringer zu sein, als zunächst befürchtet. So erklären mit dem Sachverhalt vertraute Kreise gegenüber hartpunkt, dass es vom Tisch sein soll, alle acht Schiffe in der ursprünglichen Konfiguration zu beschaffen. Dem Vernehmen nach besteht ein sehr hoher Spardruck innerhalb des Vorhabens. Ob dennoch andere Beschaffungsvorhaben in Mitleidenschaft gezogen werden könnten, ist im Augenblick nicht abschließend klar.

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Innerhalb der F127-Beschaffung halten Beobachter augenblicklich zwei Möglichkeiten des Handelns für besonders wahrscheinlich: Eine Möglichkeit wäre es, keine Kompromisse beim Schiffsdesign einzugehen, aber weniger Fregatten zu beschaffen. Eine weitere Möglichkeit wäre es, bei acht Fregatten zu bleiben, aber bei den Fähigkeiten abzuspecken. Das könnte ein anderes Radar, eine geringere Magzintiefe oder eine kürzere Stehzeit bedeuten. Sollte tatsächlich dieser Weg eingeschlagen werden, wird es spannend zu sehen sein, ob das Vorhaben im bestehenden Industrie-Team realsiert wird oder ob andere Konstellationen gewählt werden.

Waldemar Geiger