Lettland erhält ersten Hunter-Schützenpanzer von GDELS

Waldemar Geiger

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Das europäische Rüstungsunternehmen General Dynamics European Land Systems (GDELS) hat den ersten Schützenpanzer „Hunter“ an die lettischen Streitkräfte übergeben. Wie das Unternehmen in einer heutigen Mitteilung schreibt, erfolgte die Übergabe des ersten von insgesamt 84 bei der spanischen Tochter Santa Bárbara Sistemas bestellten Schützenpanzern nur 1,5 Jahre nach Vertragsunterzeichnung.

Dem Unternehmen zufolge sollen alle weiteren Systeme bis 2029 an die lettischen Streitkräfte ausgeliefert werden, wobei 30 Prozent der Wertschöpfung in Lettland erfolgen sollen.

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Bei dem Hunter (englisch für Jäger) handelt es sich um die neueste Generation des GDELS-Schützenpanzers auf Basis der ASCOD-Kettenplattform, die speziell auf die Anforderungen und den Einsatzbedarf Lettlands angepasst wurde.

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GDELS gibt an, das erste an die lettischen Anforderungen angepasste Fahrzeug in nur 14 Monaten entworfen, entwickelt, gefertigt, integriert und getestet zu haben und damit „eine herausragende Kombination aus Schnelligkeit, technischer Exzellenz und Umsetzungsstärke unter Beweis“ gestellt zu haben.

Wie das Unternehmen weiter schreibt, trat das Programm nach der Vorstellung und Auslieferung der Plattform im April 2026 in Lettland in eine intensive Integrations- und Validierungsphase ein. „Zu den Aktivitäten gehörten die Integration des Turms, die Systemverifizierung und -validierung, die Schulung des lettischen Militärpersonals, Tests vor Ort mit dem Kunden sowie das formelle Abnahmeverfahren“, heißt es in der Mitteilung. Das Fahrzeug wurde Herstellerangaben zufolge im September 2026, knapp anderthalb Jahre nach Vertragsunterzeichnung, offiziell von den lettischen Streitkräften abgenommen, „was die Fähigkeit des Programms unterstreicht, komplexe Verteidigungsfähigkeiten innerhalb außergewöhnlich knapper Zeitvorgaben bereitzustellen“, so GDELS.

Die Montage und die logistische Unterstützung über den gesamten Lebenszyklus der für Lettland bestimmten Hunter-Schützenpanzer erfolgen in Zusammenarbeit mit Unternehmen der lettischen Verteidigungsindustrie und im Rahmen einer strategischen Partnerschaft mit Patria Latvia. „Dies unterstreicht nicht nur das langfristige Engagement und die Präsenz von GDELS in Lettland, sondern schafft auch eine Grundlage für die zukünftige Weiterentwicklung von Fähigkeiten und für die gemeinsame Erarbeitung neuer innovativer Verteidigungslösungen mit Unternehmen aus dem lettischen Industrieökosystem und den lettischen Streitkräften“, schreibt GDELS.

Als Beispiel dafür werden die derzeitige Erprobung und Integration eines „innovativen Counter-UAS-Konzepts“ in die Fähigkeiten des Hunter genannt, die die Identifizierung, Erkennung und Bekämpfung von Bedrohungen umfasst.

Der Name ASCOD steht für Austrian Spanish Cooperation Development. Der Schützenpanzer ist in Österreich unter der Bezeichnung Ulan und in Spanien unter dem Namen Pizarro seit 2001 bzw. 2003 im Dienst. Als nationale Produktionspartner diente die Steyr-Daimler-Puch Spezialfahrzeuge GmbH respektive Santa Bárbara Sistemas, welche beide Teil des europäischen Rüstungskonzerns GDELS sind. Das je nach Variante zwischen 28 und 45 Tonnen wiegende Fahrzeug kann mit zahlreichen Optionen in Bezug auf Bewaffnung, Sensorik und Panzerung bis hin zu Hard-Kill-Schutzsystemen ausgestattet werden.

Als weiterer europäischer Nutzer entschied sich Großbritannien für das Fahrzeug und bestellte insgesamt 589 Systeme. Auf Grundlage des ASCOD wurde von General Dynamics UK die Ajax-Aufklärungsfahrzeugfamilie für das britische Future Rapid Effect System Program entwickelt.

Neben dem modularen Design und der offenen Systemarchitektur ist der ASCOD geeignet, zahlreiche Aufgaben von der Nutzung als Aufklärungsfahrzeug über die Rolle als Waffenträger bis hin zu der eines mittleren Kampfpanzers einzunehmen. Auch die Einbindung der lokalen Industrie in die Fertigung und Modernisierung über den ganzen Lebenszyklus des Systems ist bereits mehrfach unter Beweis gestellt worden.

Die lettischen ASCOD-Schützenpanzer werden die Bezeichnung Hunter tragen und dem Vernehmen nach mit unbemannten 30mm-Türmen des Typs UT30 MK2 von Elbit Systems ausgestattet. Der unbemannte Turm verfügt über Zielgeräte für Richtschützen und Kommandanten. Neben der Maschinenkanone Mk44 Bushmaster II 30mm im Kaliber 30 x 173 mm als Hauptbewaffnung wird der Turm über ein Blenden-MG sowie ein integriertes Panzerabwehrlenkflugkörpersystem – hier vermutlich SPIKE LR2 – verfügen. Das ballistische Schutzniveau des Turmes wird mit Level 4 gemäß STANAG 4569 angegeben.

Bei dem UT30 MK2 handelt es sich um ein modulares Turm-Design mit sehr niedrigem Profil und einer offenen Systemarchitektur, so dass der Turm sowohl in unbemannter als auch bemannter Konfiguration hergestellt und Elbit zufolge auch umgerüstet werden kann. Zudem wird die Integration verschiedener Flugkörper und Zielgeräte als vergleichsweise einfach angepriesen.

Waldemar Geiger