Das europäische Systemhaus General Dynamics European Land Systems (GDELS) hat angekündigt, im Rahmen der Eurosatory in Paris erstmals die Heavy Mission Carrier (HMC)-Variante der ASCOD-Kettenplattform zeigen zu wollen. Kernmerkmal der ASCOD HMC-Flatbed-Variante ist eine „Ladefläche“ für die Aufnahme unterschiedlicher Missionsmodule sowie eine geschützte Kabine für die Besatzung.
In einem heutigen LinkedIn-Post hebt GDELS insbesondere die Skalierbarkeit und Modularität als Vorzüge des Heavy Mission Carrier, die eine hohe Anpassungsfähigkeit der Plattform für unterschiedliche Missionen gewährleisten. Das Konzept erlaubt eine Produktion in „großem Maßstab“, da auf einsatzreife Produkte zurückgegriffen wird. GDELS verfolgt mit dem ASCOD HMC offensichtlich den gleichen Ansatz, der 2024 bereits auf der 10×10-Plattform auf Basis des Piranha realisiert wurde.
Die in Serienproduktion befindliche ASCOD-Plattform dient dabei als Trägermodul, an die über Standardschnittstellen unterschiedliche Missionsmodule gekoppelt werden können. Mit dem „Nemesis“ wurde bereits im Mai 2025 eine Rohrartilleriesystem-Variante vorgestellt, hartpunkt berichtete. Dabei wurde der vollautomatische Artillerieturm AGM von KNDS Deutschland auf der ASCOD-Kettenplattform integriert. In Paris sollen nun mit dem von Dynamit Nobel entwickelten Minenwerfersystem Skorpion² mindestens eine weitere Variante gezeigt werden. Zudem wird in dem GDELS-Video eine Grafik gezeigt, die das Fahrzeug offenbar mit einem integrierten Flugabwehrsystem Iris-T SLS MK4 von Diehl Defence zeigt.
Für die Nutzung der ASCOD-Plattform als Heavy Mission Carrier wurde die Kettenplattform seitens GDELS um eine geschützte Kabine erweitert. Diese, das ist aus der Nemesis-Ankündigung bekannt, soll über die Möglichkeit verfügen bis zu drei Besatzungsmitglieder aufzunehmen. Der Antrieb der ASCOD-Plattform erfolgt mittels eines 1100-PS-Dieselmotors, je nach Wunsch kann die Plattform mit Stahl- oder Verbundgummiketten ausgestattet werden.
Die ASCOD-Plattform selbst, leitet sich vom spanisch-österreichischen Schützenpanzerprogramm ab. Der Name ASCOD steht dabei für Austrian Spanish Cooperation Development. Der Schützenpanzer ist in Österreich unter der Bezeichnung Ulan und in Spanien unter dem Namen Pizarro seit 2001 bzw. 2003 im Dienst. Als weiterer europäischer Nutzer entschied sich Großbritannien für die Plattform und bestellte insgesamt 589 Systeme. Auf Grundlage des ASCOD wurde von General Dynamics UK die Ajax-Aufklärungsfahrzeugfamilie für das britische Future Rapid Effect System Program entwickelt. Zuletzt hat sich zudem Lettland für die Beschaffung von ASCOD-Schützenpanzern entschieden.
Waldemar Geiger


















