Im Rahmen eines feierlichen Rollouts hat Verteidigungsminister Boris Pistorius heute das erste Kampfflugzeug des Typs F-35A Lightning II für die deutsche Luftwaffe in Fort Worth vom Hersteller Lockheed Martin übernommen.
Der Minister bezeichnete die Übergabe als Beweis für die „Kraft transatlantischer Partnerschaft und erfolgreicher Kooperation zwischen Deutschland und den USA“. Mit der F-35 als dem modernsten Kampfflugzeug der Welt beginne eine neue Ära für die deutsche Luftwaffe. Er hob neben den Tarnkappeneigenschaften des Flugzeugs die leistungsfähige Sensorik und die Verarbeitungskapazitäten von großen Datenmengen zu einem umfassenden Lagebild hervor.
Die ersten acht Maschinen werden ab diesem Herbst zur Pilotenausbildung an die Ebbing Air National Guard Base in Arkansas geliefert. Es ist vorgesehen, dass diese zur Ausbildung in den USA verbleiben. In Deutschland sollen die ersten F-35 Ende 2027 eintreffen. Die Auslieferung läuft bis 2029, im gleichen Jahr soll auch die volle Einsatzbereitschaft erreicht werden. Das Flugzeug wird für den deutschen Beitrag zur nuklearen Abschreckung benötigt. Neben Deutschland haben 19 weitere Nationen die F-35 in Nutzung oder haben sie bestellt.
Die deutsche F-35A-Flotte wird auf dem Luftwaffenstützpunkt Büchel in der Eifel stationiert. 2027 soll die Infrastruktur für den Flugbetrieb fertig sein, wofür rund zwei Milliarden Euro investiert werden.
Nach Aussage von Pistorius stehen allein die vier Beschaffungsvorhaben F-35, CH-47, P-8 und Patriot für ein Finanzvolumen von mehr als 30 Milliarden US-Dollar. Zusammen mit weiteren Projekten summiere sich das Beschaffungsvolumen auf 50 Milliarden US-Dollar. „Das sind gute Nachrichten für uns, aber auch für die amerikanische Wirtschaft“, sagte der Minister. Dies bringe Geschäft in die USA, sorge für Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten und auf der anderen Seite des Atlantiks. Damit einher gehen seinen Worten zufolge Chancen für eine erhöhte Kooperation zwischen den Rüstungsindustrien beider Länder.
Nach Angaben von Lockheed Martin ist die deutsche Industrie seit dem Beginn des F-35-Programms im Jahr 2001 daran beteiligt und werde auch weiterhin eine wichtige Rolle innerhalb des F-35-Programms spielen. Sie solle dazu beitragen, die weltweit wachsende Nachfrage zu bedienen und gleichzeitig die bedeutende Rolle der europäischen Industrie in der globalen Lieferkette auszubauen. Rumpfmittelteile der Maschine werden mittlerweile von Rheinmetall in Weeze gefertigt.
Lockheed Martin prüft nach eigenen Angaben zusätzliche Möglichkeiten zur industriellen Beteiligung, die Partnerschaften mit der deutschen Industrie ermöglichen und Arbeitsplätze in den Bereichen Fertigung, Instandhaltung, Ausbildung sowie Forschung und Entwicklung von Kampfflugzeugen der fünften Generation schaffen sollen.
Weltweit sind nach Angaben von Lockheed Martin derzeit mehr als 1.355 F-35 im Einsatz, und die Flotte hat insgesamt mehr als eine Million Flugstunden absolviert. Die F-35 wird laut Hersteller von 42 Stützpunkten weltweit aus betrieben, darunter in 12 Ländern, die das Flugzeug auf eigenem Staatsgebiet einsetzen.
Lars Hoffmann
















