BWI will Geschäftsvolumen bis 2030 auf über sechs Milliarden Euro steigern

Lars Hoffmann

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Das IT-Systemhaus der Bundeswehr, die BWI GmbH, will ihren Umsatz in den kommenden fünf Jahren massiv steigern. Nach Angaben von BWI-CEO Bernhard Günther soll sich das Volumen des IT-Dienstleisters der Bundeswehr in diesem Zeitraum etwa verzweieinhalbfachen bis verdreifachen. Gleichzeitig solle das Geschäftsvolumen je Mitarbeiter von derzeit rund 300.000 Euro auf etwa 600.000 Euro steigen, sagte er heute bei der Eröffnung der BWI Industry Days in Berlin.

Wie einer Folie des BWI-Geschäftsführers zu entnehmen war, soll der Umsatz von 2,3 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf etwa 6,3 Milliarden Euro im Jahr 2030 zulegen, während ein Aufwuchs der Beschäftigten von 8.000 auf rund 10.000 projektiert wird. Die Entwicklung erfordert nach seinen Worten einen „fast exponentiellen Verlauf“ und eine deutliche Steigerung der Produktivität. Abgeleitet wird die Umsatzprojektion von den in den kommenden Jahren vorgesehenen IT-Projekten der Bundeswehr. Die BWI sei zwar offiziell der primäre Digitalisierungspartner der Bundeswehr, ihre Rolle lasse sich aus seiner Sicht jedoch auch einfacher beschreiben, sagte Günther: „Wir sind die IT-Abteilung der Bundeswehr. Punkt.“

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Um das geplante Wachstum bewältigen zu können, müsse die BWI zunächst intern ihre Strukturen und Prozesse modernisieren. Dazu gehörten ein „State of the Art Operating Model“, Digitalisierung, Automatisierung und ein verstärkter Einsatz künstlicher Intelligenz.

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Gleichzeitig soll sich das Verhältnis zwischen Eigenleistung und Fremdvergabe deutlich verändern, wie der Manager ausführte. Der sogenannte Make-or-buy-Schieberegler müsse „ganz deutlich in Richtung buy“ verschoben werden, erklärte Günther. Die erforderlichen Mengen und Leistungen seien anders nicht darstellbar. Die Privatwirtschaft sieht der BWI-Chef dabei ausdrücklich als Partner und nicht als Konkurrenz. Die BWI will nach seinen Angaben künftig nicht nur mehr von den bislang bezogenen Leistungen einkaufen, sondern auch neue Leistungsfelder erschließen. Als Beispiel nannte Günther den Bereich „grüne IT“. Die BWI schätzt, dass rund 75 Prozent des projektierten Umsatzvolumens auf Vergaben an Unterauftragnehmer entfällt.

Als weiteren wesentlichen Hebel nannte Günther eine Veränderung der Beauftragungs- und Zusammenarbeitsprozesse innerhalb des sogenannten Wirkverbunds aus Bundesministerium der Verteidigung, Bundeswehr, BAAINBw und BWI. Die Vorteile, die sich aus ihrer Stellung als Inhouse-Gesellschaft des Bundes ergäben, würden noch nicht annähernd vollständig genutzt.

Aus Sicht Günthers muss sich dabei auch das Denken innerhalb des Verteidigungsökosystems verändern. Die vergangenen Jahrzehnte bis 2022 seien dadurch gekennzeichnet gewesen, dass ausreichend Zeit, aber zu wenig Geld vorhanden gewesen sei. Seit Beginn der Zeitenwende habe sich das Verhältnis umgekehrt: „Seit 2022 haben wir genug Geld, aber nicht mehr genug Zeit.“ Dies entspreche dem Wechsel von einem „Sanierungsfall zu einem Growth Case“, der ein grundsätzlich anderes Handeln erfordere. Mit den bisherigen Ansätzen seien die künftigen Herausforderungen nicht zu bewältigen.

Von den Lieferanten erwartet Günther dabei Verlässlichkeit, Flexibilität, Verantwortungsbewusstsein und Ergebnisorientierung. Die BWI werde die Leistungen bestehender und künftiger Partner entsprechend aufmerksam bewerten. Dabei verwies der CEO auch auf unterschiedliche Erfahrungen im Zusammenhang mit der jüngsten „Speicherkrise“. Solche Erfahrungen würden in die künftige Partnerstrategie einfließen, kündigte er an.

Lars Hoffmann