American Rheinmetall, eine US-amerikanische Tochter des Düsseldorfer Rüstungskonzerns Rheinmetall, hat den ersten von acht Prototypen des Schützenpanzers Lynx XM30 an die U.S. Army übergeben. Dies teilt der Rüstungskonzern heute in einer Mitteilung mit.
Im Rahmen des XM30-Programms sucht das US-Heer nach einem Nachfolger für den Schützenpanzer M2 Bradley, der Anfang der 1980er Jahre erstmalig in die Army eingeführt wurde. Früheren Angaben des US-Heeres zufolge sollen ab 2029 rund 4.000 Bradleys ersetzt werden. Die Army beabsichtigt, den Schützenpanzer XM30 (das X steht für experimental und würde im Zuge einer Indienststellung entfallen) mit einer 50-mm-Maschinenkanone als Hauptbewaffnung einzuführen. Als Sekundärbewaffnung soll der Schützenpanzer neben Lenkflugkörpern auch Loitering Munition zum Einsatz bringen können. Die Fahrzeugbesatzung des XM30 soll aus einem Kraftfahrer und einem Kommandanten bestehen, weiterhin wird eine Absitzstärke von 6 Infanteristen gefordert.
Neben dem Lynx von Rheinmetall befindet sich auch der Wolf-Entwurf von General Dynamics Land Systems im Rennen um die Bradley-Nachfolge. Wie hartpunkt berichtete, sollen die Fahrzeuge in Kürze einer Truppenerprobung durch das US-Heer unterzogen werden, bevor im Frühjahr 2027 über den Fortgang entschieden wird.
Rheinmetall zufolge wird der erste Prototyp umgehend nach der Auslieferung den von der US-Regierung geleiteten Entwicklungs- und Leistungsprüfungen zugeführt. „Diese entscheidende Bewertung ist ein wesentlicher Bestandteil der Phasen 3/4 des Engineering and Manufacturing Development (EMD)-Vertrags im Wert von rund 764 Millionen US-Dollar. Dieser umfasst die digitale Konstruktion, den physischen Prototypenbau und die Validierung des Gesamtsystems“, schreibt Rheinmetall in der heutigen Mitteilung.
Neben American Rheinmetall, welches als Hauptauftragnehmer des „Team Lynx“ fungiert, sind unter anderem auch die US-Unternehmen Textron Systems, Raytheon, L3Harris Technologies, Allison Transmission und Anduril Industries an der Entwicklung und dem Bau des Lynx XM30 beteiligt.
Die restlichen sieben Prototypen sollen dem Unternehmen zufolge im Laufe dieses Jahres ausgeliefert und für die Einsatzausbildung verwendet werden. Diese Auslieferung erfolgt parallel zu den technischen Bewertungen im Rahmen der Initiative „Transformation in Contact“ (TiC) 2.0 der U.S. Army, heißt es in der Mitteilung. „Sobald die Fahrzeuge die ersten militärischen Sicherheitsprüfungen bestanden haben, werden die Soldaten sofort mit aktiven Manövern im Feld beginnen – eine intensive Ausbildungsphase, die in groß angelegten Gefechtssimulationen gipfelt“, schreibt Rheinmetall.
Der Lynx XM30 ist Herstellerangaben zufolge für komplexe Einsatzbedingungen entwickelt worden, „in denen Drohnen, Präzisionswaffen und elektronische Kriegsführung zunehmend an Bedeutung gewinnen“. Der modulare Aufbau sowie die adaptive, offene Architektur der Plattform soll dabei eine schnelle Technologieintegration über die gesamte Nutzungsphase hinweg ermöglichen. Der laut Rheinmetall branchenweit erste hybrid-elektrische Antriebsstrang erlaubt die Optimierung der Energieerzeugung und sorgt für eine herausragende Mobilität auf dem Gefechtsfeld.
Weitere Merkmale sind ein digital integriertes Kampfsystem mit sicherer Echtzeit-Konnektivität und fortschrittlicher Intelligenz. Diese sind erforderlich, um der Besatzung und dem Schützentrupp absolute Überlebensfähigkeit auf dem Gefechtsfeld zu ermöglichen, heißt es in der Mitteilung.
Waldemar Geiger
















