Trotz anderslautender Aussagen der damaligen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen war bereits 2021 klar, dass das Sturmgewehr G36 auch weiterhin eine Zukunft in der Bundeswehr haben wird. Vor rund fünf Jahren wurde durch den damaligen Staatssekretär Peter Tauber öffentlich gemacht, dass das G36 zur Ausstattung der Reserve und des Heimatschutzes genutzt werden soll, sobald das damals noch „unbenannte“ Nachfolge-Sturmgewehr in die aktive Truppe eingeführt ist.
Zum damaligen Zeitpunkt war geplant, etwas mehr als 100.000 neue Sturmgewehre zu beschaffen. Seitdem haben sich jedoch einige grundlegende Dinge verändert. Nicht nur hat der G36-Nachfolger mittlerweile die Modellkennung G95 erhalten, die Bundeswehr hat auch die Bestellung der beiden Sturmgewehr-Varianten G95A1 und G95KA1 vor wenigen Monaten auf 250.000 Gewehre erhöht, wie hartpunkt berichtete. Der Zulauf dieser Gewehre soll dem Vernehmen nach bis 2032 abgeschlossen sein.
hartpunkt vorliegenden Informationen zufolge arbeitet die Bundeswehr zudem daran, bis zu 250.000 weitere G95-Sturmgewehre zu beschaffen, um neben der aktiven Truppe auch die Reserve sowie den Heimatschutz mit dem G95 ausstatten zu können. Diese würden dann ab Anfang der 2030er Jahre der Bundeswehr zulaufen, so dass die Truppe spätestens Ende der 2030er Jahren über einen Bestand von bis zu 500.000 G95-Sturmgewehren verfügen würde. Was beim aktuellen Aufwuchsplan, der eine zukünftige Truppenstärke von mindestens 260.000 aktiven Soldatinnen und Soldaten sowie mindestens 200.000 Reservistinnen und Reservisten vorsieht, einer Vollausstattung gleichkommen würde. Somit wäre die Frage, was mit den G36 passieren wird, die derzeit noch in Nutzung sind und bei Beschaffung weiterer G95 unter Umständen nicht mehr für die Ausstattung der Reserve gebraucht werden.
Nach Aussage des Bundeswehrbeschaffungsamtes BAAINBw gegenüber hartpunkt sollen die G36 nach jetzigem Planungsstand als Krisenreserve eingelagert werden.
Waldemar Geiger


















