Nachdem Leonardo Rheinmetall Military Vehicles (LRMV), ein 50:50-Joint-Venture zwischen Rheinmetall und Leonardo, Anfang November 2025 mit der Lieferung des ersten Loses von 21 Schützenpanzern Lynx beauftragt wurde, hat das Unternehmen heute die ersten vier Lynx KF-41-Schützenpanzer an die italienischen Streitkräfte ausgeliefert. Dies geht aus einer Mitteilung von Rheinmetall hervor. Nach Angaben des Unternehmens markiert die erste Lieferung den offiziellen Start des Programms „A2CS” (Army Armoured Combat Systems), für das Ende letzten Jahres ein erster Vertrag über die Beschaffung von 21 neuen „A2CS Combat”-Fahrzeugen unterzeichnet wurde. Die Fahrzeuge wurden im multifunktionalen Experimentierzentrum der italienischen Armee (Ce.Poli.Spe) in Montelibretti übergeben.
Wie es in einer früheren Mitteilung von Rheinmetall hieß, werden die ersten fünf Lynx KF-41 – darunter auch die heute übergebenen Systeme – mit dem Lance-Turm von Rheinmetall ausgeliefert, gefolgt von 16 neu konfigurierten Fahrzeugen, die mit dem gleichen Fahrgestell und 30-mm-Hitfist-Turm von Leonardo ausgestattet sein werden. Die im November geschlossene Vereinbarung umfasse eine Umrüstung der gesamten Flotte auf die letztgenannte Konfiguration, ein umfassendes Servicepaket, Schulungs- und Simulationssysteme sowie 30 zusätzliche optionale Fahrzeuge. Es handelt sich laut Rheinmetall um vollständig digitalisierte Fahrzeuge der neuesten Generation, die auf der Integration marktverfügbarer Technologien basieren und in einem Multidomain-Kontext interoperabel agieren können.
Die Lynx-Plattform lässt sich nach Angaben von Rheinmetall für verschiedene Aufgaben konfigurieren, darunter Schützenpanzer, Transportpanzer, mobiler Gefechtsstand oder Sanitätsfahrzeug.
Wie es in der Mitteilung weiter heißt, wird das „A2CS-Programm (Army Armoured Combat System, ursprünglich AICS – Armoured Infantry Combat System genannt) zusammen mit dem neuen Main-Battle-Tank-Programm die Flotte schwerer Fahrzeuge der italienischen Armee erneuern und modernste Technologie bereitstellen, die sich durch ein hohes Maß an Digitalisierung und Konnektivität auszeichnet und Interoperabilität in einem Multidomain-Kontext ermöglicht. Dies bietet auch eine Gelegenheit zur Erneuerung der Gefechtsfahrzeugflotten internationaler Partner.“
Das italienische Heer beabsichtigt im Rahmen des A2CS-Programms, insgesamt 1.050 Systeme auf Basis der Lynx-KF41-Plattform zu beschaffen. Wie aus früheren Briefings von Rheinmetall und Leonardo hervorgeht, planen die italienischen Streitkräfte fünf unterschiedliche Varianten des Lynx, die 16 verschiedene Rollen erfüllen sollen, zu beschaffen. Folgende Varianten wurden genannt: mit 120mm-Kanone als leichter Kampfpanzer, mit 30mm-Kanone (mit unbemanntem HITFIST-30-Turm), als Mörser-Träger (Nemo), Flugabwehrpanzer (Skyranger) sowie ohne Turm. Leonardo soll nicht nur den unbemannten Hitfist-Turm mit der elektrisch angetriebenen X-Gun im Kaliber 30 × 173 mm beisteuern, sondern auch das C4I-System, den elektrooptischen Sensor und Radar sowie die Funktechnik liefern.
Waldemar Geiger


















