Rheinmetall will Kassel zum modernsten Panzerwerk der Welt ausbauen

Lars Hoffmann

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Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall hat heute Investitionen von rund 270 Millionen Euro an seinem Standort im nordhessischen Kassel angekündigt. Neben dem Aufbau eines Drohnen-Testzentrums am Flughafen Calden, wo auch ein großer Logistik-Hub des Konzerns entstehen soll, wird auch massiv in die in der Stadt gelegenen Produktionsanlagen investiert.

Kassel werde zum „modernsten Panzerwerk“ der Welt, sagte Firmen-CEO Armin Papperger heute am Rande der Unterzeichnung einer Absichtserklärung zum Aufbau des „Defence Hub Nordhessen“ mit dem hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein in Kassel. Dem Rüstungsmanager zufolge sollen vor Ort erstmals autonome Schweißanlagen zum Einsatz kommen. Schon jetzt sei Kassel das größte Panzerwerk Europas. Wie er sagte, werden in nächster Zeit auch Gespräche mit Bombardier – das Unternehmen teilt sich das Gelände mit Rheinmetall und produziert Lokomotiven am Standort – wegen einer möglichen Nutzung weiterer Hallen geführt.

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Nach Aussage von Papperger wird Kassel das Centre of Competence für gepanzerte Radfahrzeuge der Rheinmetall-Gruppe weltweit. Dabei gehe es vor allem um den 8×8-Radpanzer Boxer, der das Rückgrat des Werkes darstelle. Aus diesem Grund sei es wichtig, das Arminius-Programm zur Beschaffung unterschiedlicher Varianten des Boxers für die Bundeswehr durchzubringen. „Wir reden hier in Summe über ein Auftragsvolumen nur in Deutschland von fast 40 Milliarden Euro.“ Damit bestehe die Möglichkeit, die Auslastung bis zum Jahr 2040 zu gewährleisten, betonte Papperger. Es werde überdies der Logistik-Hub für Fahrzeuge mit Rädern für die ganze Welt aufgebaut.

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Der Standort Kassel steht nach Angaben von Rheinmetall gegenwärtig für einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro pro Jahr und soll bis 2029 auf 5 Milliarden Euro aufwachsen. Nach der Einführung der Buy-in-Germany-Strategie vor zwei Jahren habe Rheinmetall 11.000 Zulieferer in Deutschland in der Lieferkette aufgebaut, 10 Prozent davon in Hessen, so Papperger. „Und diese 11.000 bekommen in diesem Jahr von Rheinmetall Aufträge in der Lieferkette, in erster Linie kleine und mittelständische Unternehmen, von 8 Milliarden Euro.“ Bis zum Jahr 2029 werde Rheinmetall von etwa 35.000 Mitarbeitern auf 70.000 Mitarbeiter aufwachsen. „Wir werden etwa 210.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Lieferkette haben. Wir reden also über 300.000 Arbeitsplätze. Die gesamte deutsche Automobilindustrie hat im Augenblick 660.000“, rechnete der Konzern-CEO vor. Damit könne Rheinmetall fast 50 Prozent der Beschäftigung der Automobilindustrie in Deutschland abdecken. Papperger verwies überdies auf die Exportquote von rund 65 Prozent, die zu 96 Prozent auf Aufträge von NATO-Mitgliedern zurückzuführen sei. Er unterstrich, dass sein Unternehmen den Anspruch habe, dass deutsches Steuergeld auch der Beschäftigung und den Investitionen hierzulande zugutekommen müsse.

Lars Hoffmann