Das niederländische Verteidigungsministerium hat eine Marktsichtung für ein Drohnenschutznetzsystem gestartet, mit dem das Schutzniveau der Panzerhaubitze 2000 gegen Drohnenangriffe erhöht werden kann. Dies geht aus einer gestern veröffentlichten Mitteilung des Materiel and IT Command (COMMIT), einer Rüstungsbeschaffungsabteilung des niederländischen Verteidigungsministeriums, auf der europäischen Online-Vergabeplattform TED hervor.
In der TED-Mitteilung heißt, dass die COMMIT mit der Marktsichtung „weitere (detaillierte) Informationen zu Anbietern und Produkten einholen“ möchte, mit dem Ziel, „das Wissen über die Möglichkeiten und Fähigkeiten der Systeme zu erweitern“. Weiterhin schreibt die COMMIT, dass diese Informationen „zur Festlegung der weiteren Projektstrategie und zur Erstellung etwaiger Ausschreibungsunterlagen herangezogen werden“ können.
Weitere Details wurden nicht öffentlich kommuniziert. Die niederländischen Streitkräfte untersuchen jedoch bereits seit geraumer Zeit, wie das Schutzniveau der Panzerhaubitzen gegen Drohnenangriffe erhöht werden könnte.
So hat das niederländische Unternehmen COBBS Industries BV im November 2025 erklärt, dass das Unternehmen ein „Anti-Drone Net“ für die Panzerhaubitze 2000 im Auftrag des niederländischen Verteidigungsministeriums entwickle.
Wie es nun jedoch scheint, will das niederländische Ministerium offenbar weitere Informationen beschaffen bzw. andere Lösungen eruieren, bevor eine Entscheidung über Beschaffung und Einführung eines solchen Schutzsystems getroffen wird.
Sinn und Zweck einer Käfig- bzw. Netzpanzerung bestehen darin, Gefechtsfahrzeuge vor Drohnenangriffen zu schützen. Die Schutzwirkung entsteht dadurch, dass anfliegende Drohnen sich in den Netzen und Käfigen verfangen oder deren Wirkmittel mit Abstand zur eigentlichen Panzerung des Fahrzeugs gezündet werden, so dass ein Großteil der Wirkladung sich nicht auf das Fahrzeug übertragen kann. Darüber hinaus sollen die Netze und Käfige aus der Luft abgeworfene Munition ableiten, so dass diese sich nicht auf schwächer gepanzerten Fahrzeugabschnitten (beispielsweise dem Dach) auswirken kann.
Waldemar Geiger


















