Die Rüstungsbeschaffungsabteilung COMMIT des niederländischen Verteidigungsministeriums hat mit Destinus, einem Verteidigungsunternehmen mit Hauptsitz in den Niederlanden, einen Vertrag unterzeichnet, um ein Konzeptentwicklungs- und -bewertungsprogramm (CD&E) für eine kinetische Abwehrfähigkeit gegen Drohnen für die niederländische Marine zu starten.
Wie Destinus in einer aktuellen Mitteilung schreibt, umfasst das Programm die Lieferung von Abfangdrohnen des Typs Hornet Block 2, die Integration in mehrere Kriegsschiffe der Marine sowie Maßnahmen zur integrierten logistischen Unterstützung im Hinblick auf eine mögliche erste Einsatzfähigkeit. Der Abschluss des CD&E-Programms ist für das zweite Quartal 2027 vorgesehen.
In der Mitteilung von Destinus heißt es, dass kostengünstige Bedrohungen aus der Luft in großer Zahl auftreten und damit die Abwehrfähigkeiten von Marineplattformen mit klassischen Abwehrsystemen auf Dauer (wirtschaftlich) überfordern können. „Hochwertige Flugabwehrsysteme für die Marine bleiben unverzichtbar, doch Flotten benötigen zudem eine zusätzliche Abwehrschicht, die in größerer Zahl eingesetzt werden kann und besser auf die Kosten und das Ausmaß der Bedrohung abgestimmt ist“, schreibt Destinus. Eben jene Schicht soll bei der niederländischen Marine mit der Hornet Block 2 (B2) gebildet werden.
Die Hornet B2 basiert Herstellerangaben zufolge auf einer anderen Architektur als herkömmliche Abfangflugkörper. Die Hornet wird in einem Startbehälter gelagert und mit einem Raketenbooster gestartet. Nach dem Start werden die Flügel ausgeklappt und der Flugkörper wechselt in den elektrisch angetriebenen Marschflug. „Dadurch vereint er die Startbereitschaft einer Rakete mit der Reichweite und Ausdauer einer Drohne, während die Kosten pro Einsatz deutlich unter denen herkömmlicher Abfangraketen liegen sollen“, schreibt Destinus. Nach Angaben des Unternehmens kann der Hornet-B2-Flugkörper eine Nutzlast von bis zu 3 kg über eine Entfernung von mehr als 150 km tragen.
Die Hornet B2 ist dafür ausgelegt, Einweg-Angriffssysteme zu bekämpfen. Dazu wird in der Endphase elektrooptische und Infrarot-Sensorik, die von KI unterstützt wird, eingesetzt. Die Entscheidungen über den Einsatz bleiben gemäß den geltenden Einsatzregeln unter menschlicher Kontrolle.
Wie das Unternehmen angibt, werden Bediener der Königlich-Niederländischen Marine während des gesamten CD&E-Programms direkt in die Entwicklung der Hornet B2 eingebunden sein. Die Marineangehörigen sollen operatives Fachwissen einbringen und dabei helfen, die Leistungsanforderungen und Systemspezifikationen mitzugestalten, während die Hornet B2 für den maritimen Einsatz entwickelt wird.
„Bei Marinesystemen ist dieser Unterschied entscheidend. Der Interzeptor selbst ist nur ein Teil der Gesamtfähigkeit. Schiffsintegration, Logistik, Anforderungen an das Bedienpersonal, Unterstützung und Betriebsverfahren müssen alle aufeinander abgestimmt sein“, schreibt Destinus.
Die Einbeziehung dieser Anforderungen in den Entwicklungsprozess von Anfang an soll die Notwendigkeit verringern, ein fertiges System nach der Entwicklung anzupassen. Außerdem soll so sichergestellt werden, dass die Fähigkeit genau auf das Umfeld zugeschnitten ist, in dem sie letztendlich zum Einsatz kommen wird.
Waldemar Geiger
















