Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall hat einen ersten Abruf im Rahmen des „German Armed Forces Contractor Augmentation Program II – Stationäre Unterbringung (G-CAP II SU)“ vom Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw) erhalten. In Litauen lässt der Konzern nun als Generalunternehmer ein modulares Camp für bis zu 2.000 Soldaten entstehen, das ab Mitte August 2027 den Betrieb aufnehmen soll, wie es in einer Rheinmetall-Mitteilung heißt. Ab der Inbetriebnahme sei Rheinmetall für das Facility Management, das auch eine Wäscherei beinhalte, und die Verpflegung verantwortlich. Der Auftragswert für den Aufbau der modularen Liegenschaft belaufe sich auf 250 Millionen Euro, der Wert für den anschließenden Betrieb liege bei 40 Millionen Euro pro Jahr.
Mit dem Programm G-CAP II SU wird laut Mitteilung die für Soldatinnen und Soldaten bei Einsätzen und einsatzgleichen Verpflichtungen im Rahmen des internationalen Krisenmanagements und der Landes- und Bündnisverteidigung vorgesehene stationäre Unterbringung im Einsatz bereitgestellt, unabhängig von den klimatischen, geografischen und geologischen Bedingungen im Einsatzland. Vorgeplante und rahmenvertraglich gebundene modulare Infrastruktur von der Herstellung über den Transport, Aufbau, Betrieb bis hin zum Rückbau bilden demnach den Kern von G-CAP II SU. Da diese Schritte aus einer Auftragnehmerhand abgerufen werden können und standardisiert sind, wird der gesamte Prozess beschleunigt, wie es in der Mitteilung heißt.
Das vom BAIUDBw initiierte Projekt G-CAP II SU soll die stationäre Unterbringung im Einsatz durch gewerbliche Dienstleister ermöglichen. Durch die Möglichkeit, entsprechende Infrastruktur über die gewerbliche Wirtschaft zu schaffen, können den Rheinmetall-Angaben zufolge die eigenen Ressourcen der Bundeswehr geschont werden, um sie für hohe Bedrohungslagen verfügbar zu halten.
Rheinmetall übernimmt weltweit die Planung, Herstellung, Lieferung – je nach Erfordernis über den See-, Land- oder Luftweg – und Errichtung sowie optional den mehrjährigen autarken Betrieb und anschließend den Rückbau von Camps.
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